Test: BenQ Screenbar e-Reading Lampe



Dienstag 04 Februar 2020 von Trixter PC Test, Sonstige Test 2 Kommentare

Wer viel am Computer arbeitet wird eine gut ausgeleuchtete Tastatur zu schätzen wissen - vor allen Dingen in der dunklen Jahreszeit, wo es bei schummrigen Licht meist in einer Suchaktion ausartet, weniger oft frequentierte Tasten auf Tastaturen zu treffen, die nicht von Hause aus über hintergrundbeleuchtete Tasten verfügen. Dieses Manko möchte nun die Firma BenQ mit ihren ScreenBar-Leuchten beheben - ob Ihnen das gelingen wird und ob diese Lampen auch für Retroianer geeignet sind, erfahrt ihr in diesem Test...

Vorwort:

Bislang ist es so, daß wir eingehende Anfragen bezüglich Hardwaretests im Nemesiz zum größten Teil ablehnen, wenn es sich um Inhalte handelt, die nicht in unsere Thematik passen oder wir keinen Nutzen für unsere Leser sehen. In diesem Fall war es mein persönliches Interesse, da ich über eine mittlerweile 15 Jahre alte G15-Tastatur von Logitech verfüge, bei der die Hintergrundbeleuchtung schon vor Jahren ausgefallen ist - nicht, daß mich das groß stören würde, da ich alle Tasten auch blind beherrsche - aber es reizte mich schon sehr, diese Screenbar zu testen um dieses Manko wieder auszugleichen und evtl. auch einen Nutzen für Retroanwender herauszufinden. Das Produkt erreichte mich schon kurz vor Weihnachten, aber aufgrund der vielen anderen Arbeiten rund um meine Projekte, komme ich erst jetzt dazu, es zu testen und diesen Test zu erstellen. Getestet wurde die reguläre Screenbar - es gibt auch noch eine Plus-Variante, auf die ich im Laufe des Textes noch kurz eingehen werden, um die Unterschiede zu beleuchten...   


Lieferumfang:

Ausgeliefert wird die ScreenBar e-Reading Lampe in einem Kartonschuber, dessen Inhalt sich zu einer der Seiten herausschieben läßt. Im Karton findet man neben der Screenbar noch die Befestigungsklemme und ein USB-Anschlusskabel - eingebettet und in Folie verpackt in eigenen Aussparungen, welche mit einem bedruckten Papieroverlay in Englisch und (vermutlich) Taiwanisch beschrieben werden - deutsche Texte gibt es keine.


Auch fehlt ein Handbuch - was aber eigentlich weniger ins Gewicht fallen sollte, da neben den Texten auch zahlreiche Abbildungen enthalten sind, die eigentlich alles erklären. Was ein wenig verwirrend ist, sind die QR-Codes auf der Verpackung, die neben einem Einleitungsvideo (in den besagten Sprachen) auch zu einem Handbuch (PDF) führen sollen. Dieser führt aber nur zur Startseite der BenQ-Webseite und läßt den Anwender dann alleine - selbst mit einer groben Vorstellung nach dem was man suchen will, ist es sehr schwer das richtige Produkt zu ermitteln, sodaß frustrierte Kunden ab diesem Punkt das Handtuch werfen könnten - hier sollte BenQ in jedem Fall nachbessern und über den QR-Code direkt zur richtigen Produktseite verlinken. Ich habe mich durchgewühlt und schließlich auch das gefunden, was ich erwartet habe - eine Anleitung, die neben anderen Sprachen auch endlich in Deutsch daher kommt - hier der Link: https://www.benq.eu/de-de/support/downloads-faq/products/lighting/screenbar/manual.html

Inbetriebnahme:

Nachdem man alle Teile aus der Verpackung und aus ihren Folien entnommen hat (über die Bedientasten befindet sich ebenfalls eine Schutzfolie), legt man die Bar in die Halterung (ziemlich mittig, dort wo sich der USB-Anschluss befindet) und dreht die Bar solange bis sie "einrastet" - bis sich also der USB-Anschluss in der Aussparung der Halterung selbst befindet. Das ist ein wenig schwierig zu beschreiben, da sie dies bei mir nicht wirklich spürbar mit einem Klick tat - dennoch ist die Konstruktion recht stabil. Falsch einlegen kann man sie nur dann, wenn man zuvor keinen Blick auf die Bilder auf der Kartonage geworfen hat - die Bar ist nämlich halbrund - somit hat man eine gerade Fläche als Orientierungspunkt - diesen mit den Bildern abgleichen, entsprechend einlegen und dann soweit in der Halterung herumdrehen, bis der USB-Anschluss "durch" die Nut in der Halterung hindurch erreichbar ist - nun steckt man noch das mitgelieferte USB-Kabel ein. Das Kabel hat eine Länge von rund 1,55m und sollte problemlos vom Monitor bis zum USB-Anschluss des Computers reichen - alternativ kann man auch Stromadapter für die Steckdose oder eine Powerbank verwenden - wenn diese USB-konforme Werte (5V) und mind. 1A liefern.

Als nächstes setzt man die Bar auf den Flachbildmonitor, wobei man die gefederte Halterung so weit wie möglich öffnet und das Ganze an der vordersten Kante der Lampe und des Monitors ausrichtet und danach die Halterung losläßt, sodaß sich die Screenbar am Monitor festklemmen kann. Laut Datenblatt sind Flachbildmonitore von 1 bis 3cm Dicke für die Screenbar möglich. (Abstand von Klemmkante bis Gelenk) Nun schließt man noch das USB-Kabel an eine geeignete Stromquelle an - das war es auch schon, was zum Zusammenbau nötig ist - recht simpel und einfach, wie ich finde. Werfen wir als nächstes einen Blick auf die...

 

Bedienelemente

Von rechts nach links:

  • Ein/Ausschalter - hiermit schaltet man die Screenbar ein oder aus. Beachtet, daß sich diese nicht automatisch ausschaltet, zB. wenn der Computer aus ist oder die Lichtverhältnisse eine Lampe überflüssig machen würden (Stichwort Lichtsensor)
  • Automatik - die Automatik steuert - wie der Name schon sagt - automatisch die Helligkeit der Screenbar (anhand des Lichtsensors) und paßt diese selbstständig den Begebenheiten an - bei Aktivierung leuchtet ein kleines Lämpchen. Blinkt dieses, stimmt etwas mit der Stromquelle oder dem Anschlusskabel nicht (von anderen Kabeln als das mitgelieferte, sowie USB-Verlängerungen, wird abgeraten). Die Lampe erlischt, sobald manuell vom Anwender die letzten beiden Tasten ausgewählt werden
  • Lichtsensor - keine eigene Taste, aber dieser darf nicht verdeckt werden, sonst funktioniert die Automatik nicht wie sie soll
  • Temperatur - hier kann manuell die Farbtemperatur eingestellt werden (8 Temperaturstufen) von 6500K (Tageslicht) über "Kaltweiß", "Neutralweiß", "Warmweiß" bishin zu 2700K (Weichweiß)
  • Helligkeit - hier kann man die Helligkeit in 15 Helligkeitsstufen einstellen

Die "Tasten" haben keinen Druckpunkt, sondern sind per Berührung (Touch) zu bedienen. Man kann einzeln darauf tippen oder aber solange darauf bleiben, bis der gewünschte Wert eingestellt ist. Interessanterweise merkt sich die Screenbar die zuletzt eingestellten Werte, sodaß diese auch nach der Trennung vom Strom erhalten bleiben - praktisch. Vermutlich werden die meisten Anwender aber schon mit der Automatik völlig zufrieden sein, da sie stets (meiner Meinung nach) die besten Ergebnisse erzielt - nach meiner Recherche liegt der regelbare Bereich zwischen 300 bis 1000 Lux (je nach Helligkeit im Raum) - meist werden aber 500 Lux "gefahren", da dieser Wert von der "American National Standard Practice for Office Lightning" wohl empfohlen wird - aber wem dies nicht gefällt, kann eben auch manuell nachbessern...

ScreenBar im Einsatz


Die Screenbar leuchtet den Bereich unterhalb des Monitor gut aus - die Tastatur muss dabei natürlich mittig darunterliegen. Durch eine ausgeklügelte Spiegeltechnik wird das Licht in einem Spektrum ausgestrahlt, welches vom Monitor weg zeigt - es gibt keine Blendungen oder Spiegelungen im Bild des Monitor selbst, was sehr angenehm ist - auch im Stockdunkeln. Man kann sich das wirklich so vorstellen, als würde nur das was auf dem Tisch liegt ausgeleuchtet, während man den Monitor so im Blick hat, wie vorher auch. Durch die Farbtemperatur kann man dabei das Licht so einstellen, wie man es gerade gerne hat - von klar, hell, blau - zu warm, gedimmt, orange zum Beispiel. Da sich die Bar ja diese Einstellung merkt, kann man problemlos jederzeit vom automatischen Modus in seinen Wohlfühlmodus schalten und umgekehrt - zB. tagsüber ein helleres Licht fahren, als Abends, wo man eine gemütlichere Atmosphäre möchte.   

Screenbar bei Retro

Leider funktioniert die Screenbar nur mit Flachbildmonitoren "out of the box" - Röhrengeräte sind ungeeignet, da sich hier die Bar nicht richtig gerade ausrichten läßt (man kann sie zwar auf die Röhre legen und mit Klebeband fixieren, aber...) - aufgrund dessen, daß man wegen dem USB-Kabel kein "Spiel" mehr zum nötigen Verdrehen hat (die Halterung ist im Weg und kippt das Ganze), leuchtet sie genau auf den Monitor - was absolut unbrauchbar ist. Hier ist die einzige Abhilfe, die Nut der Halterung größer zu fräsen - was aber nicht im Sinne des Nutzers sein kann, da man sich hier natürlich um seine Garantie bringt. Zum Einsatz im Retrobereich kommt die Screenbar also erstmal nur, wenn der Nutzer seine Retrogeschichten für einen Flachbildschirm umgestrickt hat und diese statt einer Röhre nutzt.

Technische Spezifikationen

Gewicht 0,53kg
Leuchte Bi-Color-LED
Farbwiedergabeindex >87
Lichtleistung

2700K: 300lm

6500K: 320lm

Beleuchtungsstärke 1000 Lux
Farbtemperatur 2700K ~ 6500K
Stromverbrauch 5W (Maximum)
Material Aluminiumlegierung, Zinklegierung und technische Kunststoffe
Abmessungen 450 x 90 x 92mm
Herstellungsland Taiwan

Unterschiede zur Plusversion:

Von der technischen Spezifikation her ist das Plusmodell identisch - es ist aber ein wenig schwerer (0.68kg), besitzt keine Tasten und Lichtsensor oberhalb der Lampe, sondern hat einen Kabelschalter, den man sich in Griffnähe auf dem Schreibtisch platzieren kann um die Screenbar zu steuern - auch der Lichtsensor befindet sich dort verbaut. Zudem ist die Farbe wohl nicht mehr Mattschwarz wie in meinem Testmodell, sondern Silbern. Ob dies den Aufpreis von 40 Euronen wert ist, muss jeder für sich selber entscheiden.

Fazit

Die Screenbar e-Reading Lampe ist in erster Linie für den professionellen Anwender in professioneller Umgebung (zB. Büro) gedacht - also für Leute die viel am Computer sitzen und viele Texte schreiben. Es handelt sich um ein innovatives und gut verarbeitetes Produkt, welches das Arbeitsgerät Tastatur perfekt ausleuchtet und somit die Arbeit erleichtert. Otto-Normalanwender oder Retrobastler dürfte der hohe Anschaffungspreis von knapp 100 Euro abschrecken. Ich für meinen Teil freue mich schon darauf, wenn mein alter Röhrenmonitor die Segel streicht - damit ich das gute Stück auch selber nutzen kann - und bis dahin erfreut sich mein Sohn, der es schon jetzt nicht mehr missen möchte.

Kann ich also eine Empfehlung aussprechen? Ja, das kann ich! Einfach innovativ und perfekt - es gibt rein gar nichts zu bemängeln - wenn man mal von der Nichteignung von Röhrenmonitoren absieht - aber dafür ist es eben auch nicht entwickelt und gebaut worden. Übrigens sah das "Taiwan Excellence" genauso und verlieh der Screenbar den "Gold Award 2018".

Links:

https://www.benq.eu/de-de/lighting/screenbar-lamp/screenbar.html

https://www.amazon.de/dp/B0785D93KD

Wir danken der Firma BenQ für die freundliche Zusendung des Testexemplars.


 

Schlagworte : Test, PC, Apple

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

  • Kommentare

  •  Ralf Vogel
     #1 schrieb am 05 Februar 2020

    Wow! Toller Artikel Dave.=)

  •  Trixter
     #2 schrieb am 05 Februar 2020

    @Ralf Vogel : Danke, das freut mich. wink

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    Was ist der dritte Buchstabe des Wortes zjtxx ?
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