DVB-T2 Test: Fuba ODT 300 + Telestar Antenna 14 LTE



Samstag 14 Oktober 2017 von Trixter Sonstige Test keine Kommentare

"Die Weiber brauchen schließlich den ganzen modernen Komfort" Luis de Funes in "Luis und seine außerirdischen Kohlköpfe" 1981                             
                                        
Richtig, und weil dem so ist, mußte auch ich mich geschlagen geben und zumindest einen Fernseher im Haus mit "Freenet-TV" ausrüsten. Daher kann ich an dieser Stelle auch noch zu dieser Thematik einiges schreiben... ;-)                        
                                        
Seid also Willkommen bei den Themen aktive Außenantenne und Freenet-Receiver.

Freenet-TV sendet kostenpflichtig die privaten "Werbesender" über den neuen DVB-T2 Standard. Die Kosten liegen dabei bei 5,75 Euro im Monat (Bankeinzug) oder 69 Euronen im Jahr (per Guthabenkarte, die im "Fachhandel" erhältlich ist), daneben werden spezielle Receiver benötigt,   welche über einen sogenannten "Irdeto"-Verschlüsselungschip verfügen müssen. Diese Geräte sind gesondert mit einem grünen Freenet-Logo gekennzeichnet und beinhalten in der Verpackung einen Gerätepaß mit allen nötigen Daten zu Freenet.                                
                                        
Ein "einfacher" Receiver ohne diesen Chip kann nicht verwendet werden, auch nicht nachträglich, da diese nicht umrüstbar sind. Nun ergeben sich 2 Konstellationen von möglichen Receivern.

Die einen enthalten einen fest eingebauten Chip und sind immer zu bevorzugen. Die anderen müssen  über eine separate Chipkarte (Ci+) erweitert werden, die in den dazu vorgesehenen Kartenleser gesteckt wird. Die Kartenmethode hat zwei Nachteile - erstens ist sie mit 75 Euro sehr teuer (dies sind nur die Kosten für die Karte, schauen kann man damit nicht) Dh. zusätzlich dazu kommen noch die regulären Freenet-Kosten von 69 Euro. Die nächste Frechheit ist die gesperrte Aufnahme und beschnittene Timeshiftfunktion (sobald man auf einen anderen Sender umschaltet, löschen sich diese). Die Receiver könnten dies natürlich, aber eben nicht bei den privaten Sendern. Und warum nicht? Weil es technisch nicht möglich ist, die "Vorspulfunktion" zu deaktivieren, dh. man könnte die aufgenommene Werbung vorspulen und genau das ist nicht gewünscht. Also haben die "Privaten" wie RTL die Aufnahmefunktionalitäten komplett abgestellt - na wunderbar!        
                                        
Geräte mit internem Chip sind hiervon nicht betroffen. Allerdings ist damit noch lange nicht sichergestellt, daß man alle Sendungen aufnehmen darf. Sämtliche von privaten Sendern  ausgestrahlten Programme sind mit einem Kopierschutz versehen, diese bestimmen über das sogenannte "Nutzungsrecht", dh. ein Sender kann die Aufnahme nicht nur verhindern, sondern auch bestimmen, wie lange diese Gültigkeit hat. So löschen sich viele Sendungen von selbst, die man mittels Timeshift aufgenommen und für die ein Sender zB. nur 90 Minuten Nutzungsrecht eingeräumt hat.   
                                       
Um diesen Unsinn noch zu erweitern, können aufgenommene Sendungen nur an dem Gerät wieder angeschaut werden, von dem sie aufgenommen wurden - eine Bearbeitung am PC ist nicht möglich. Willkommen in der Sklaverei, sag ich da nur. Schon nur eine einzige dieser Umstände hätte mich dazu veranlaßt, mich nicht weiter mit dem Kram zu beschäftigen, aber wenn es der Wunsch meiner Frau ist, dies zu können, kann ich ihr diesen natürlich nicht ausschlagen. Ich selber hätte dies nicht getan, denn sowas darf man eigentlich nicht noch unterstützen.
                                       
Okay, nachdem wir nun wissen und uns damit abgefunden haben, daß wir verXXXt sind  und  werden, widmen wir uns der technischen Seite zu.                   
                                       
Eine Außenantenne ist dringlichst anzuraten, wenn man nicht in einem Ballungsgebiet wohnt, wo der Sender in unmittelbarer  Nachbarschaft steht. Die flächenmäßige Abdeckung der "öffentlich/rechtlichen" ist meist so stark ausgebaut, daß man auch mit einer Zimmerantenne gute  Qualität erreichen kann, allerdings sieht das bei den "Privaten" ein wenig anders aus. Bei mir zB. steht der Sender der "Öffentlichen" 3 Kilometer weiter auf einem Berg (WDR), die "Privaten" hingegen werden von anderen Sendern gespeist und da kann gut und gerne mal einer bis zu 30 Kilometer oder mehr entfernt sein. Daher empfielt sich eine aktive Außenantenne wenn es sich um die Werbesender dreht.                      
                                       
Meine Wahl fiel auf die Antenna 14LTE von Telestar. Diese hatte die wenigsten negativen Bewertungen bei Amazon und gute Funktionen. So enthält sie als eine der wenigen Antennen einen LTE-Filter, welche störende "Störsender" ausschaltet (LTE, GSM und DECT). Mitgeliefert wird ein Netzteil samt Adapter, Befestigungsmaterial und ca. 8,5m Antennenkabel. Das Ding ist zudem recht flach und klein - aber die Hauptsache ist, daß sie einen super Empfang bringt. Bis auf 4 Sender habe ich durchweg ein Empfangssignal von 100% samt 100% Qualität. Besagte 4 Sender  pegeln sich zwischen 100 bis 94% Stärke ein - ein immer noch sehr guter Wert, da störende Fragmente (nach meinen Tests) erst ab einer Signalstärke von unter 76% auftreten können. Ich kann also sagen, daß mein Empfang auf allen Kanälen optimal ist.                      
                                        
Neben den rund 17 frei empfangbaren Sendern (14 öffentliche plus 2x Shopping QVC, HSE24 und  BibelTV) gesellen sich nun rund 20 private Sender, womit das Angebot sich bei mir nun auf rund 37 Sender eingependelt hat (1 Sender ist ein Werbesender für Freenet-TV und zählt nicht). Nebenbei  bekomme ich an meinem Standort noch etliche Sender mehr, die aus Holland und Belgien rüberstrahlen, sodaß mein Reciever aktuell auf 75 Sender angewachsen ist, allerdings kann man diese nicht empfangen, da dort wieder ein anderer Anbieter als Freenet aktiv ist, den müßte man wohl vorher bezahlen um Sender wie zB. BBC oder MTV in Englisch empfangen zu können, würde ich aber nicht machen... obwohl, ein Sender interessiert mich dann doch schon, denn wenn es das ist, was ich glaube, dürfte "Meiden van Holland Hard" wohl ein Pornosender sein - unglaublich,  oder? Ist aber Tatsache. Man stelle sich vor, hier in der BRD käme einer auf diese Idee...
                                       
Keine Ahnung warum, aber ich dachte in der EU gelten gleiche Regeln und Gesetze, aber in Holland darf man halt irgendwie doch mehr als woanders. Das fängt bei "grünen Rauchkraut" an und hört scheinbar bei Schweinkram noch lange nicht auf. Auch wenn ich sowas nicht schauen, bzw. dafür bezahlen würde, so wird unsereins hier von vornherein diese Möglichkeiten genommen und das kann nicht richtig sein, wie ich finde. Naja.. Aber weg von dem Thema, sonst könnte man die falschen  Schlüsse über meine Denkweise ziehen, obwohl ich eigentlich nur wegen der Sache des Prinzips darüber philosophiere. ;-)                      
                                       
Nachdem nun also die Antenne außen am Platz des besten Empfangs befestigt wurde, muss man die Verkabelung irgendwie ins Haus bringen. Ich ging bei mir am Fallrohr der Regenrinne herunter  und dann über den Rolladenkasten ins Wohnzimmer - eine Nutzung der alten Kabel vom  Kabelfernsehen schlug leider fehl, da die Kabel wohl zu alt sind und manche Frequenzen nicht mehr durchkommen. Desweitern zeigte sich, daß jede Weiche, jede Verlängerung des Kabels, einen Qualitätsverlust bis zu 15% ergaben. Hier hätte man komplett neue Kabel verlegen müssen, was  sich bei mir aber als zu schwierig erwies, da bei mir keine Leerrohre liegen. So war es die beste Möglichkeit, daß ich einfach ein neues Kabel verlegte.                           
                                        
Jetzt brauchte ich nur noch einen guten Receiver. Nach dem Studium der auf dem Markt  erhältlichen Geräte, drohte sich eine Katastrophe anzubahnen. Fast jedes Gerät hatte andere unangenehme Macken, die bei Geräten dieser Preisklasse mehr als ärgerlich sein dürften. HBBTV hatte nur ein Samsunggerät, dafür fehlte die Aufnahmefunktion. Die anderen hatten mit den selben  Macken zu kämpfen, wie alle anderen - Inkompatibilitäten aufgrund der Spezifikationsänderung von  DVB-T2 zugunsten von Freenet. Für viele gab es zwar Updates, aber dafür tauchten neue Macken auf. Nein, für Geräte über 100 Euronen war für mich klar, daß ich zu keinen Kompromissen bereit war. Also suchte ich wacker weiter und fand zunächst ein Gerät von "Strong", welches aber mit 60 Euro keine Aufnahme out of the box bot. Diese mußte für 15 Euronen nachgekauft werden, aber man aktzeptierte nur Kreditkarten, über die ich nicht verfüge.   
                                        
Durch Zufall fand ich dann aber doch ein passendes Gerät für mich, bzw. meine Frau. Und das von einem namhaften deutschen Hersteller, der sich seit den 50er Jahren mit "funktechnischen Bauteilen" einen Namen machte, der aber lange Zeit (zumindest empfinde ich es so) von der Bildfläche verschwunden war, und zwar die Firma "Fuba". Deren Receiver ODT 300 war der Test und Engeriesparsieger des Magazins Satvision Ende 2016  und wurde gerne übersehen, bzw. nicht auf den großen Portalen wie Amazon angeboten. Ich ließ  mich aber dennoch darauf ein, da mir die Features zusagten.                               
                                       
So kann man - als eines der wenigen Geräte - den Receiver komplett mittels Schalters vom Stromnetz trennen. Das Gehäuse ist nicht aus Plastik, sondern aus Metall. Man kann aktive Antennen mit Strom versorgen und einen durchgeschliffenen Antennenausgang für weitere Geräte ist ebenfalls dabei. Für mich wichtig war neben HDMI auch der SCART-Ausgang. Allerdings darf man nicht verschweigen, daß der Ethernetanschluss bislang über keine Funktion verfügt - aber das war mir nicht so wichtig, da ich Mediatheken Inhalte über meinen Raspberry Pi realisiere. Man kann einmal eingerichtete Daten auf USB-Stick sichern und wiederherstellen, die Bedienung ist gut durchdacht und einfach. Das Teil aktualisiert sich von alleine, die Bootzeit ist mit rund 10 Sekunden angenehm kurz, ebenso das Umschalten der Sender. EPG funktionierte auf Anhieb, negatives ist mir bislang noch nicht aufgefallen und ausgeliefert wurde der Reciever mit der neuesten Firmware. Also alles Tipitoppi sozusagen - einfach anschließen und loslegen, so muss es sein.                           
                                        
Auf ein weiteres Feature bin ich nicht eingegangen, da ich es für unnötig finde - und zwar kann man eine Fernbedienungsverlängerung über Klinkenkabel anschließen. Der Sensor kann dann irgendwo außerhalb platziert werden, während das Gerät zB. in einem geschlossenen Schrank steht. Ich habe so einiges getestet und es ist mir nicht gelungen, keinen Kontakt herzustellen. Der Empfänger oder der Sender der Fernbedienung ist so stark, daß er einfach immer Kontakt macht. Ja, hier sieht man wirklich, daß es sich um Qualität handelt.                    
                                        
Beide Sachen, aktive Antenne von Telestar und Receiver von Fuba erhalten von mir ganz klar eine Kaufempfehlung.      
                                        
Preis Antenne: um die 30 Euro           
https://www.telestar.de/                 
                                        
Preis Receiver: um die 99 Euro          
https://www.fuba.de/produkte/antennenempfang/empfangsgerate/fuba-odt-300-dvb-t2-hd-receiver.html                        

Nachtrag: Auch von diesem Receiver gibt es scheinbar mehrere Anbieter unter anderer  Modellbezeichnung und Preise. Wie ich herausfand, bietet die Firma Comag das selbe Modell unter der Bezeichnung "SL 65 T2 HEVC" an - Preis, ca. 60 Euro. Aber Achtung! Auch bei diesem Schnäpper sieht es so aus, als gäbe es keine Firmwareupdates - bedenkt dies bitte, ehe ihr blindlings zuschlagt. http://www.comag.de/de/pro.php?p=212

                           
Da ich zwischenzeitlich auch Freenet freigeschaltet habe, folgt hier kurz noch mein Erfahrungsbericht. Ich entschied mich für die Jahreskarte für 69 Euro. Die Freischaltung über die Freenet Webseite ging aufgrund technischer Probleme nicht, also machte ich das Ganze per Telefon, was wirklich problemlos funktionierte.                          
                                        
Kurz darauf erschien ein Aktivierungshinweis auf meinem TV - der Receiver muss während der  Freischaltung  angeschaltet sein und bleiben. Die Aufnahme von Privaten Sendern ging nicht, da mir
anscheinend  die "Berechtigung" fehlt (Fehlercode E128-0), also rief ich die Supporthotline an. Nach 10 Minuten in der Warteschleife, begrüßte mich eine total unfreundliche und merkbar angefressene Tante mit stark sächsischem Akzent, die absolut keine Ahnung hatte - auch Fangfragen, die ich ihr stellte und deren Antworten auf der Freenet-Webseite standen, wurden von ihr falsch beantwortet - somit wußte ich schon einmal an wen ich da geraten war. Sie könne mir nicht weiterhelfen, da ihr System aufgrund der massiven Umstellung zum 1. Juli hin, abgestürzt sei und ich sollte es in 2  Stunden erneut probieren. Das tat ich auch, aber diesmal wurde ich gar nicht erst durchgestellt, da das Supportsystem aufgrund Überlastung gar nicht erst weiterverband. Eine halbe Stunde später  teilte mir eine englische Stimme mit, daß der Dienst nicht verfügbar sei. Erst weitere 2 Stunden später - es war schon Abend - gelang es mir. Ich hatte diesmal auch einen Mitarbeiter mit Ahnung  am Rohr, der das Problem mit der Aufnahme durch seine "magischen Hände" löste. Schwachsinn,  zwischenzeitlich hatte ich recherchiert und herausgefunden, daß Freenet die Aufnahmefunktion  erst freischalten muss, das geschieht also nicht automatisch bei der Bezahlung des Dienstes ansich. Das halte ich für eine Frechheit, aber naja, immerhin ging es.                       
                                        
Das Problem was ich allerdings danach feststellen mußte,ist der Hammer ansich. Privatfernsehen  aufnehmen und Timeshift geht zwar nun, auch Vorspulen in der Aufnahme klappt, auch das Aufnahmeformat ist mit MPEG okay, aber... der Kram ist verschlüsselt und läßt sich nur auf dem
Receiver wiedergeben, an dem er aufgenommen wurde. Eine Bearbeitung am PC ist damit  ausgeschlossen und eine Archivierung ebenso. Wer legt sich schon eine Sammlung an, die er wegschmeißen darf sobald der Receiver das Zeitliche segnet?                                 
                                        
Und wer auf die Idee kommen sollte, das Ding einfach mit einem Festplattenrekorder oder Videorekorder über SCART "umzukopieren", gelangt spätestens dann an seine Grenzen wenn er merkt, daß der Mumpitz zusätzlich auch noch mit dem Kopierschutz "Macrovision" geschützt ist. Nein, hier schießen sie meiner Meinung nach total über das Ziel hinaus - wir reden hier von Privatfernsehen mit Werbung und nicht von Pay-TV wie Sky.      
                                        
Damit wäre ich erstmal mit dem Thema Freenet durch, jetzt müßt ihr selber entscheiden, ob das was für euch ist oder nicht.

Schlagworte : Test

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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