Frodo - C64 Emulator für Amiga - Version 2.4 erschienen/Test



Montag 18 April 2016 von Trixter Amiga, C64, Emulation, Amiga Test keine Kommentare

Vom Commodore 64 Emulator für Amigasysteme - Frodo - ist Version 2.4 erschienen.


Warum ich dem Emulator einen eigenen Artikel widme, was mir Komisches auffiel, wie man ihn bedient und was er kann, erfahrt ihr in diesem Kurztest!

Die große Frage, die ich mich stellte - warum kommt Version 2.4, wenn die letzte Version für klassische Amigas die Version 4.1 war?! Ist hier etwa jemand mit den Zahlen durcheinander gekommen? Scheinbar nicht, denn im Changelog ist zu lesen, daß die Änderungen von einer Version 2.3 ausgehen. Und nein - es handelt sich dabei auch nicht etwa um zwei verschiedene Entwickler - für beide Versionen zeichnet sich Christian Bauer verantwortlich - nur wurde die "neue" Version nicht vom Coder selbst, sondern von einem Stefan Haubenthal ins Aminet hochgeladen.

Startet man den Emulator, stellt man weiterhin fest, daß diese Version aufs Jahr 1997 datiert ist und vermutlich auch aus dieser Zeit stammt. Ich habe mir natürlich auch mal die neuere Version 4.1 angesehen und festgestellt, daß diese zwingend Amiga OS3, eine 040er CPU und eine Grafikkarte erwartet, während die "neue" ältere Version sich schon mit Amiga OS2.1 und einer 020er CPU zufrieden gibt. (man kann natürlich auch eine Grafikkarte verwenden, wenn man eine hat - aber es besteht kein wirklicher Zwang) Vermutlich liegt hier der Hase im Pfeffer begraben, denn ohne den erneuten Upload, wären die Klassikamigos ohne Grafikkarte bei Frodo leer ausgegangen.


Jetzt ist also endlich wieder eine Frodo-Version für alle da - was läge da näher, als ein Test? Meine Testumgebung war ein Amiga 1200 mit Blizzard 060 55Mhz (mit FPU & MMU), 64Mb FastRAM und nur AGA - also ohne Grafikkarte. Und ich muss sagen, ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Gegengeprüft habe ich das Ganze dann auch emuliert mit WinUAE - hier legt alles natürlich noch einen Zahn mehr zu, sodaß man den Emu sogar drosseln muss - näheres hierzu folgt im weiteren Text.

Aber beginnen wir von Anfang an. Der Emulator kommt mit allem fix und fertig aus dem Aminet - fehlten in früheren Versionen noch die 64er ROMS, sind diese nun enthalten und der Emu ist sofort nutzbar. Naja, fast... denn was noch fehlt sind zwei Libraries für die Audioausgabe. Man kann wahlweise die "playsid.library" und die "6581.library" nutzen - das setzt aber voraus, daß man diese aus anderen Archiven schon heruntergeladen hat (die 6581er gibt es im Archiv "TheA64Package" und die playsid zB. aus "PlaySID3" - ebenfalls im Aminet zu finden) und diese in den LIBS-Ordner der Workbench kopiert hat. Bei meinem Test wollte allerdings nur die 6581er Lib überhaupt Ton ausgeben...(echter Amiga, unter WinUAE gingen beide und die playsid machte einen satteren und besseren Ton)

Nach dem Entpacken des Archivs findet man mehrere Icons vor - ua. auch eine deutsche Anleitung oder ein Tool zum Einstellen der Konfiguration. Da diese aber bei jedem Start erneut auf dem Bildschirm erscheint, starten wir einfach direkt den Emulator. Viel Auswahl einzustellen, bzw. zu erklären gibt es nicht, da eigentlich selbsterklärend - aber ich weise hier auf einige Stolperfallen genauer hin.


Zuerst sollte man sich den Bildschirmmodus genauer auf seine Bedürfnisse einstellen. Klickt zuerst einmal auf "OK" am unteren Rand um die Emulation zu starten. Paßt alles auf deinen Bildschirm? Gut, dann hast du den Punkt schonmal abgehakt. Falls nicht, einfach mal mehrere Formate und Eigenschaften auswählen. Um wieder zum Einstellbildschirm zu gelangen, rechte Maustaste drücken und aus dem Menü "Emulation" auf Einstellungen klicken. Jetzt beim Bildschirmmodus auf "Auswählen" klicken und - ehe du zu einem anderen Format wechselst - einfach mal die Randbereiche durchgehen. Bei mir brachte zB. die Maximale Abmessung bei PAL:LowRes gute Erfolge... zumindest ist jetzt alles vom CEVI auf dem Screen unter der Emulation...

Den eingestellten Bildschirmtyp würde ich auf der Standardeinstellung lassen, es sei denn, dies bereitet irgendwelche Probleme. Die Finger weglassen sollte man allerdings von der Funktion "Direkter Videozugriff erlaubt", wenn man keine Grafikkarte eingebaut hat. (darf also kein Haken drin sein) Bei SID-Emulation auf die gewünschte Library umstellen um Tonausgabe zu erhalten.

Den Joystick würde ich an Port 2 anschließen - sollte Port 1 verlangt werden, einfach mit der Funktion "Joysticks vertauschen" nachhelfen. Die Geschwindigkeit begrenzen ist zwar eher was für emulierte Amigas (WinUAE, da die viiiiel zu schnell sind), aber es kann dennoch nicht schaden, wenn der Haken drin bleibt. Testet wieder - vorzugsweise mit einem Spiel. Läuft es zu langsam? Na dann macht doch einfach bei "Jedes (n)te Bild" einen anderen Wert rein als 1. Nehmt den nächsthöhreren Wert (2) und testet immer schrittweise höher, bis es paßt - mit dieser Funktion wird die Bildausgabe, bzw. die Emulation um den eingegebenen Wert übersprungen. Bei mir mußte zB. eine "2" dort unter AGA rein, während unter WinUAE die "1" stehen bleiben konnte. Vergeßt nicht, eure einmal als perfekt ermittelten Einstellungen für alle Zeiten abzuspeichern!


Bei Laufwerk 8 (es gibt noch 3 weitere) kann man zB. eine D64 Datei einbinden oder einen Ordner, in dem sich ausführbare PRG´s befinden. Ich würde aber mit D64 Dateien anfangen - ändert bitte vor dem Einbinden den vorangestellten Wert von "Dir" auf "D64" und bindet dann erst die Datei ein. Es gibt hier kein Fenster wo ihr den Inhalt der D64 Datei sehen oder anwählen könnt. Erst muss die Emulation starten, dann könnt ihr wie beim echten CEVI auch in Basic die entsprechenden Befehle eintippen. Einige F-Tasten sind mit einigen Befehlen schon vorkonfiguriert - nur kommt nicht aus Versehen an die F10 Taste, denn die macht einen RESET!

Doch was kann der Emulator? Zuerst fällt auf, daß er ziemlich fix Daten lädt - ähnlich wie VICE lädt er im Turbomodus die Daten ein - lustigerweise behält er diesen Speed auch später noch beim Nachladen bei. Ein klarer Pluspunkt in meinen Augen. Allerdings heißt dies nicht, daß er auch mit allen Fastloadern klar kommt - sollte man es können, sollte man immer angebotene Fastloader von Spielen deaktivieren. Geht es nicht, kann es zum Glücksspiel werden - in einem solchen Fall meldet sich der Emu aber zu Wort und man kann es dann mit einem Klick auf den "Na und?"-Button, welcher erscheint, dennoch auf gut Glück probieren. Manchmal klappt das sogar. Das ist ein weiterer Pluspunkt, denn andere Emus versagen hier komplett.


Ein einfacher Assemblermonitor namens SAM wurde ebenfalls integriert - er läßt sich aus der Emulation heraus mit der rechten Maustaste aus dem Pulldownmenü auswählen. Beendet wird er übrigens mit einem simplen "x" - eingetippt und mit ENTER bestätigt.

Spieletechnisch sollte es bei den alten Einzelfilespielen keine Probleme geben, bei Nachladespielen kommt es auf den Loader an und extreme Laderoutinen, die tief in die Hardware eingreifen, funktionieren nicht.

Bei Demos ist es ein wenig anders - vor allen die neuen, die mit extremem Hardwaretricks spielen, werden nicht laufen - aber das war bei anderen Emus auch nicht anders... aber wer schaut sich am Amiga ernsthaft emulierte C64er Demos an? Dieser Punkt ist also zu verschmerzen.

Fazit: diesen Emulator kann ich wirklich empfehlen. Unter AGA mit 68060er CPU laufen Spiele schön flüssig wie beim Original, das Laden geht erfreulich flott von Statten und so manches Nachladespiel läuft hier ebenfalls. Okay, Wunder sollte man natürlich nicht erwarten (auch konnte ich nur sporadisch einige Titel anspielen) und daß man den Inhalt der D64 Datei nicht angezeigt bekommt und Daten nicht via Doppelklick, sondern mittels Basicbefehleintippens laden muss, ist ein kleiner Rückschritt in Richtung Bequemlichkeit... aber was sollen echte C64 User sagen, die das jeden Tag so machen müssen? Eben... dieser Emu ist eine richtige Alternative zum bisher (zumindest für mich) besten Emulator MagiC64 geworden und löst diesen nach etlichen Jahren ab. Er kann immerhin ein klein wenig mehr und Potential nach oben wäre ja auch noch vorhanden - nur vermute ich mal, daß der Entwickler an dieser klassischen Version nichts mehr machen wird, wenn er ja selber schon etliche Versionsnummern mit der GFX-Kartenversion voraus ist. Das ist ein wenig schade...


Selber testen, der Emu ist kostenlos - Download hier: http://aminet.net/package/misc/emu/FrodoV2_4

Schlagworte : Amiga, C-64, Emulation, Test

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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    Was ist der letzte Buchstabe des Wortes tmlsa ?
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