PC Test: Safety First! von jco



Dienstag 21 April 2015 von Trixter PC/Apple, PC Test keine Kommentare

Safety First! ist ein physikalisches Puzzlespiel indem des Spieler defekte Elektroleitungen reparieren muss und ist gleichzeitig der diesjährige Gewinner der Gamecompetition der Revision 2015! Wer jetzt eine Simulation eines angehenden Sicherheitsberaters bei der Schulung von Elektrikern unter realen Gesichtspunkten erwartet, ist schief gewickelt - und wird sich beim Spielen regelrecht schief lachen und regelmäßig schief verbiegen, denn...


Denn hinter dem Kürzel jco steckt nämlich niemand anderes als Jan C. Obergfell, der vielen evtl. jetzt so aus dem Stehgreif nichts sagen wird, werfe ich aber sein Alter Ego aus seinen früheren Projekten in den Raum - nämlich Jakob Bienenhalm - wird es sicherlich bei einigen klingeln, oder? Für die, die es nicht wissen - Jakob Bienenhalm hat vor einigen Jährchen mit seinem Gesang für Erheiterung gesorgt und uns Hits wie - Jockel, der Gartenteichspringbrunnen, LOL Internet, Rauchen, Ich will dein Regal und viele weitere beschert (welche übrigens frei über seine Seite verfügbar sind - http://www.bienenhalm.de/).

Und dieser Art und Weise (also humoristisch) ist er sich treu geblieben - auch wenn sein neues Projekt diesmal unter seinem richtigen Namen erschien, so merkt man die gleiche Ironie doch an allen Ecken - das gefällt mir... aber vielleicht bin ich ebenfalls als rheinische Frohnatur auch nur empfänglicher für sowas... 

Okay, worum gehts hier eigentlich? Also... im Grunde stimmt die obrige Aussage schon - der Spieler übernimmt die Steuerung einer Figur, die in 30 Leveln (vorerst) defekte Elektroleitungen mit seiner "magischen gelben Reparaturflüssigkeit" in Stand setzen muss (damit das Ganze nicht als das bezeichnet werden muss, was es eigentlich ist - nämlich Ausscheidungen in flüssiger Form - wurde alles großzügig umschrieben und sogar einen eigenen Namen hat man dafür gefunden - myrl - Magic Yellow Repair Liquid!) - dabei spielen physikalische Voraussetzungen eine große Rolle und machen inklusive der innovativen Steuerungmethode (darauf komme ich noch) den ganz besonderen Reiz dieses Spieles aus.

Bevor wir uns aber ins Getümmel begeben können, müssen wir das Spiel mit seinem Startrequester erstmal für unser System und Wünschen anpassen - Bildschirmauflösung, Vollbild oder Fenstermodus, Grafikqualität und auf welchem Monitor das Bild ausgegeben wird. Bei meinen Tests war es schonmal so, daß im Vollbildmodus an den Rändern oben und unten Grafikmüll angezeigt wurde und zwar bestehend aus dem was vorher genutzt wurde - in meinem Fall Reste vom Firefox. Außer daß es komisch aussieht, hat dies aber keinerlei Einfluss auf das Spiel ansich - vielleicht ist mein verwendetes PC-System auch einfach zu alt (Win XP SP3), bzw. die Treiber von der Grafikkarte. Wie gesagt - das tritt auch nicht immer auf - aber wenn, gibt es eben Grafikmüll am Rand oder irgendwelche (unwichtigen) Grafiken werden nicht richtig angezeigt.

Vergeßt auch nicht, bei den "Input" Einstellungen euer Joypad richtig zu konfigurieren. Das Spiel kann zwar auch über Tastatur gespielt werden (das ist aber ein richtiger Krampf und Spaß kommt auch nicht so recht darüber auf), aber es empfielt sich dringend ein Joypad MIT 2 analogen Sticks! Also zB. ein Playstation Gamepad oder wie ich es habe, ein GameCube Joypad via Adapter an den PC anzuschließen - und damit die Steuerung des linken Beines über das linke Joypad und die Steuerung des rechten Beines über das rechte Joypad anstandslos funktioniert - kann man hier alles manuell zuteilen. Bei mir war es bei der ersten Verwendung so, daß der linke Stick optimal funktionierte, der rechte aber in den Achsen vertauscht war. Diese Einstellungen im Konfigurationstool werden natürlich gemerkt und stehen fortan als Standardwerte beim Starten des Spieles zur Verfügung...

Nach dem Starten gelangt man ins Hauptmenü des Spieles - hier kann man sofort weiterspielen, wo man zuvor das Spiel beendet hatte, ein neues Spiel starten oder den Spielmodus wechseln (dazu später mehr, da diese Modis erst im Laufe des Spieles über geschaffte Levels freigeschaltet werden). Wir würden also ein neues Spiel starten und befinden uns in der Levelauswahl - welche natürlich mit dem ersten Level beginnt (alle weiteren sind noch gelockt) - hat man Level geschafft, kann man diese später auch einzeln auswählen.

Sogleich beginnen wir mit dem Tutorial, welches zwar über die Aufgaben aufklärt, aber nicht, wie man steuert, bzw. mit welchem Gefühl man das machen muss - das darf der Spieler jetzt erstmal ausgiebig üben. Das folgende Bild verdeutlicht es ganz gut, was da auf einen zukommt. (beachtet zudem, daß euer "Liquidvorrat" außerdem individuell ja nach Level limitiert ist)


Der Spielwitz liegt hierbei eindeutig bei der Steuerung, den Gesetzen der Physik und der bildlichen Darstellung inklusive der audialen Kommentare, die die Spielfigur dabei so abläßt - auch wenn diese (erstmal) nicht wirklich spricht, weiß jeder sofort was gemeint ist und wie es der Figur gerade so bei der Aktion geht. Und es spielt sich zumindest akkustisch so, als würde man den guten Jakob Bienenhalm hier durch die Level führen!

So sieht es aus, wenn man seine Aufgabe erfolgreich meistern will...


Und so, wenn man seine Bewegungen überstrapaziert oder nicht unter Kontrolle hat...


Fehlerhafte Steuerung hat also die sofortige und blutige Vernichtung des armen Männleins zur Folge und bedeutet das Scheitern eines Levels. Gottlob hat man unendlich viele Neuversuche - sollte es nach 10 Versuchen immer noch nicht geklappt haben, bietet das Programm an, dieses Level via "Cheatbutton" (x) zu überspringen. Allerdings wird dies in der Levelübersicht vermerkt, sodaß man sich irgendwann später erneut daran versuchen sollte um die Statistik makellos erscheinen zu lassen. Hat man 10 Level geschafft, schaltet man den "DRNK" Modus frei (betrunken - in diesem Modus schwankt das gesamte Level wie ein Lämmerschwanz, was das Vergnügen gleich eine gewaltige Messlatte höher legt), schafft man 20 Level, schaltet man den "SCHSSE" Modus frei, indem immer noch alles schwankt wie verrückt, das Männlein aber ein Gesicht bekommt und diesmal sämtliche Aktionen mit dem angedeuteten Schimpfwort kommentiert - aber in einer Form, wo man sich vor Lachflashs nicht mehr auf dem Stuhl halten werden wird. Daß das Liquide dazu noch eine braune Farbe annimmt, versteht sich ja von selbst und auch die Trashmetallsounduntermalung steuert ihres dabei - ansonsten ändert sich nichts, die Level ansich sind, bzw. bleiben immer dieselben - werden halt nur schwieriger zu meistern.

Grafisch ist das Meisterwerk zwar keine Bombe, aber das ist für Spiele dieser Art auch nicht nötig - da hier alles ohnehin eher andeutungsweise geschieht, paßt der einfache Grafikstil sehr gut zu dem Geschehen auf dem Bildschirm und vermittelt auch so einen gewissen pseudowissenschaftlichen Touch. Die Spielphysik ist gut ausbalanciert - natürlich an vielen Stellen maßlos übertrieben, das Leveldesign ist abwechslungsreich und steigert sich vom Schwierigkeitsgrad angenehm in die Höhe - wirkliche unfaire Stellen oder Längen konnte ich nicht ausmachen, aber das wird natürlich jeder etwas anders empfinden. Musik ist bis im "Schsse" Modus keine vorhanden (es gibt zwar soetwas wie dramaturgische Grundklänge, die je nach Level die Spannung anpeitschen, aber als echte Musik kann man diese halt nicht bezeichnen) und der eine Track, der vorhanden ist, ist schon alleine beim bloßen Anhören so abgedreht, daß man sich an den Kopf faßt oder lauthals zu lachen anfängt - ich empfinde es als recht passend. Der sonstige Sound ist ebenfalls sehr gut und dosiert eingesetzt - gerade am Anfang wird man nicht viel zu hören kriegen (da die Levels noch einfach sind und sich die Figur nicht extrem verbiegen muss) - ist dann aber in den späteren Leveln auf einmal freudig überrascht, wenn es plötzlich einsetzt und über das was man da so zu hören kriegt.


Fazit:

Safety First! wäre das ideale Partyspiel - wenn es denn einen Multiplayermodus geben würde (evtl. wird dies sogar demnächst kommen, denn Jakob, äh, Jan hat diesen in Aussicht gestellt - zusammen mit 200 Leveln und "Tonnen von Variationen" - dann aber höchstwahrscheinlich als kommerzielles Steam-Produkt).

Wer mit der Art von Humor etwas anfangen kann, den erwartet mit der uns hier vorliegenden Version ein wahrer Solo-Player Hit, der einem vor Lachen öfters mal vom Stuhl kicken wird - das Ganze ist so herrlich schräg, blöde und überzogen auf dem Pipi-Kaka-Niveau, wie man es von Herrn Bienenhalm erwarten würde oder darf. Super, geil, fantastisch! Anspielen der kostenlosen Version ist eine Pflicht! Ich habe mich bis zum Durchspielen auf jeden Fall köstlich amüsiert und würde mir eine längere Version geradezu wünschen, da das Game einfach ohne Ende Spaß macht.

Safety First! liegt kostenlos für 32 & 64 Bit Windows, MacOS X und Linux vor und hat eine Downloadgröße zwischen 70 bis 80 Mb. http://www.jco.de/2015/04/game-safety-first-2/

Schlagworte : PC, Test, Apple

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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