Giana´s Return – Test des Freeware Jump´n Runner´s



Freitag 08 Oktober 2010 von Trixter PC/Apple, PC Test keine Kommentare

Das Spiel “The Great Giana Sisters” von Rainbow Arts dürfte allen Retrozockern bekannt sein – schließlich war es ein exellent spielbares Highlight der damaligen Zeit, welches kurz nach Veröffentlichung durch Wirken seitens Nintendo wieder vom Markt genommen werden mußte, da es Ihrem Mario zu ähnlich war – und das obwohl für keine der Heimcomputerplattformen ein Super Mario Spiel erschienen wäre, also einen komplett anderen Markt ansprach.

Gewisse Ähnlichkeiten zu Mario sind natürlich nicht von der Hand zu weisen – Jump and Run spielt sich halt irgendwie fast immer gleich – dennoch erinnern viele Spielkomponenten an den japanischen Klemptner, aber ohne jemals dessen volle Spieltiefe zu erlangen. Kennt man Mario nicht, geht das Spiel als sehr guter Vertreter dieser Art von Spiel durch – kennt man ihn von der NES Konsole, wird man von der Schlichtheit etwas enttäuscht sein. Aber genug vom Vorgeplänkel – im Grunde gehts bei den Schwestern darum, Diamanten einzusammeln, Gegner zu plätten, Geheimlevels und am Ende einen Weg aus einem bösen Traum zu finden. Versüßt wird die Reise durch versteckte Warpzones und “aufrüstbare” Goodies, wie Struwelfrisur (zum Zerstören von Steinblöcken), diverse Schussausbaustufen (am Ende mit automatische Zielsuche) oder sonstigen (nicht wirklich spielnötigen) Dingen wie Zeit, Immunität gegen Flammen oder am Ende ein begehrtes Extraleben. Diverse normale Gegner, aber auch größere “Endgegner”, welche mit der richtigen Taktik aber leicht zu “umgehen” sind, sowie ein ausgeklügeltes Spieldesign, lassen den Schwierigkeitsgrad langsam aber sicher ansteigen und sorgen für einige Beschäftigungszeit bei den insgesamt 33 Leveln. So etwas wie eine Continuefunktion gibt es nicht – daher bedeutet der Verlust aller Leben, den Neuanfang des Spieles…

Neben diversen Fanprojekten oder Versionen für neuere Konsolen, gab es einen offiziellen Nachfolger für den Nintendo DS, in welchem sogar der originale Programmierer Armin Gessert involviert war. Dieser ist leider letztes Jahr an Herzversagen verstorben, sodaß es wahrscheinlich nie wieder ein offizielles Giana Sisters Spiel geben wird.

Ein Fanprojekt wird in diesem Test genauer unter die Lupe genommen, nämlich der inoffizielle Nachfolger “Gianas Return” für Windows-PC´s (von dem es wiederum Portierungen für andere Systeme gibt, ua. auch für Amiga OS4.).

Eine Installation des kostenlos herunterladbaren Spieles ist nicht nötig/möglich, es kann nach dem Entpacken über eine EXE Datei gestartet werden. Ich empfehle zuvor allerdings, DirectX auf den neuesten Stand zu bringen, sowie evtl. Eingabegeräte wie USB Joypads vor dem Start anzustecken, sowie sämtliche Abfragen des Spieles, über das gewünschte Eingabegerät zu tätigen und später nicht mehr zu wechseln. Zb. hatte ich die ersten Abfragen über Tastatur vorgenommen und bin später auf Joystick umgestiegen, was eine Steuerung der Spielfigur aber unmöglich machte, da sich da “irgendwas” gegenseitig blockierte.

Nach dem Start wird man, wie schon erwähnt durch zwei Infosceens geschleust, welche man nur mittels bestimmter Tastenkombinationen verlassen kann (erinnert mich an MAME irgendwie), danach folgt eine Widmung an Armin Gessert, ein Spruch von Salvador Dali, sowie ein Creditintro, ehe man sich für eine von vier Sprachen entscheiden darf – Deutsch ist natürlich ebenfalls dabei. Dann gelangt man dann in das eigentliche Spielmenü. Highscores können angesehen, Paßwörter eingetippt, das Spiel mittels automatischer “Paßwortmerkung” fortgesetzt oder ganz neu gestartet werden.

Beim Neustart wird ein kleines Intro abgespielt, welches anhand von Bildern mit Text auf die Geschichte hinweist. Anscheindend wurde Gianas Schwester Maria von einem gewissen Swampy (nicht Vampy, Heinz!) entführt und unsere Aufgabe ist es jetzt, dem Miesling zu zeigen was Frauenpower bewirken kann!

Der erste Level startet auch prompt mit allen schon bekannten Elementen des originalen Spieles – wobei diese natürlich grafisch etwas aufpoliert wurden – allerdings nicht viel, denn der pixelige Charme sollte wohl erhalten bleiben. Ich fand mich sofort zurecht und finde die Grafik ziemlich passend für ein Giana Spiel. Nach kurzer Einarbeitungszeit aller Joystickknöpfe, bzw. Funktionen, hat man seine Spielfigur sehr gut unter Kontrolle. Springen (über einen Button) und Laufen (über die Richtungstasten) geht reibungslos von sich, geschossen wird über einen anderen Knopf und sogar einen für die Pause gibt es. Einfacher geht´s nicht…

Durch anspringen der mit einem Stern versehenen Blöcke, sammelt man einen Diamenten ein, aber Sinn der Sache ist natürlich ein evtl. darunter verstecktes Bonusitem zu bekommen. Diese Items verhalten sich von der Reihenfolge her wie beim Original (naja, fast) – also zuerst die Wibbelfrisur zum Zerstören von normalen Steinen, dann gehts zum Schuss – der erste schießt einfach im hohen Bogen, Stufe zwei läßt Kugeln abprallen und die dritte Stufe sucht sich seine Ziele selber. Als nächstes bekäme man eine Uhr, welche 20 Extrasekunden spendiert, ehe man direkt zum Herz kommt, welches ein Extraleben darstellt. 

Eine Änderung ist mir aber sofort positiv aufgefallen – man verliert nicht sofort ein Leben, sobald man an einen Gegner kommt (es sei denn, diese hätte Stacheln, was zu einem sofortigen Lebensverlust führt) – nein, man hat eine kleine Energieleiste, welche so einige Treffer aushält (meistens derer 4, scheint aber auch davon abhängig zu sein, was man berührt hat). Beim Lebensverlust (nicht beim Abzug der Energieleiste) verliert man natürlich seine zuvor aufgeklaubte Fähigkeit wieder – das war im Original auch nicht anders.

Sind die ersten Level noch recht moderat einfach aufgebaut und lassen ein flotteres Spielen zu, ändert sich der Schwierigkeitsgrad aber mit jedem Level ein wenig. Da manche Hindernisse in Bewegung gesehen, fast nicht von der normalen Levelgrafik zu unterscheiden sind, sollte man sich angewöhnen, nicht mit Fullspeed durch die Levels zu hetzen. Hier gilt, alles was Stacheln hat (nicht nur Gegnermäßig) sollte unbedingt vermieden werden.

Nach einigen Leveln findet man sich auf einmal vor einem Endgegner der jeweiligen Welt wieder. Dieser muss natürlich besiegt werden, ehe die Geschichte (wieder erzählt mit Zwischenbildern und Text) weitergeht. Viele der bösen Burschen haben es wirklich in sich und sind Anfangs nicht so leicht zu bezwingen – aber auch hier gilt Trial and Error um deren Schwachpunkte zu finden (meist einen bestimmten Punkt oberhalb treffen und dann ausweichen) und ihnen dann den Rest zu geben.

Gut, daß nach dem Verlust aller Leben über die “Fortsetzen” Funktion wieder im zuvor gescheiterten Level weitergespielt werden kann – wenn auch mit Verlust aller bis dahin eingesackten Punkte.

Versteckte Bonusräume gibt es ebenfalls wieder zu finden – wobei versteckt, etwas übertrieben ist, da man diese stets über Abgründe durch einen “brüchigen” Boden erkennt. Aber es gibt diesmal scheinbar viele verschieden aufgebaute Bonusräume, in denen man innerhalb einer gewissen Zeit alle Diamanten einsammeln muss, um dann auf einer bestimmten Plattform die Sammlerei erfolgreich abzuschließen. Aufpassen muss man aber bei der Rückkehr zum Spiel – man wird kurzerhand auf dem brüchigen Boden abgesetzt und muss ganz schnell von Dannen springen – oder fällt mitsamt dem sich in Sekunden auflösenden Boden in die Tiefe, was natürlich ein Lebenverlust bedeutet. Übrigens einsammeln… nach 100 eingesammelten Diamanten erhält man ein Extraleben hinzu und manchmal springt man unbeabsichtig auf eine (diesmal wirklich) versteckte Warpzone - diese transportiert einen direkt in einen höheren Level – man merkt, hier wurde wirklich an alles gedacht, um dem Original Tribut zu zollen! Ganz nett fand ich auch die Idee, höhere Bonis zu verteilen, wenn man innerhalb kürzester Zeit weitere Gegner killt!

Verschiedene Welten gibt es derer 7 mit jeweils 8 Level, ehe der Endbossfight jeder Welt ansteht. Und diese sind allesamt thematisch anders, was einen sehr großen Anreiz darstellt, auch die nächste Welt erkunden zu wollen. So führt der Weg durch völlig unterschiedliche Terrains wie Wüste, Lavazone, Schnee, Sumpf, ect. Insgesamt müssen also 56 Level plus 7 Endkämpfe überstanden werden!

Der Sound ist ebenfalls ganz nett, teilweise sogar vom Original übernommen und die Musik ist echt der Hammer! Jede Welt, bzw. Level hat seine eigene Musikuntermalung und Stil – teilweise echte Ohrwürmer.

Der Schwierigkeitsgrad ist wie schon erwähnt sehr moderat und steigt mit jedem Level stetig an – ab Welt 4 wird er so langsam zu einer echten Herausforderung und in der letzten Welt ist er so fies, daß pixelgenaue Sprünge sitzen müssen, sonst ist man weg vom Fenster! Ich persönlich fand die Schwierigkeit genau angemessen – Schwierigkeitslevel dieser Art gibt es faktisch heutzutage gar nicht mehr und bei kommerziellen Spielen schonmal gar nicht. Allerdings gebe ich zu bedenken, daß viele Gamer von heute sowas gar nicht mehr kennen oder gewohnt sind, von daher ist Frust schon vorprogrammiert – andersrum – diese brauchen das Spiel ja nicht zu spielen!

Besonders angetan war ich vom Endfight mit dem letzten Endgegner Swampy – dieser läuft erfrischend anders, als die seiner Handlanger ab - mehr möchte ich dazu aber nicht verraten, seht also selbst – falls Ihr überhaupt soweit kommt!

Wer also eine echte Herausforderung braucht und sucht, ist mit diesem sehr liebenswert gemachten Nachfolgespiel ersteinmal eine Weile beschäftigt. Für Fans des Originalspiels ist es schon beinahe Pflicht, dieses unbedingt einmal angespielt zu haben - ich habe mich jedenfalls Bestens unterhalten und kann das Spiel nur empfehlen.

Top gemacht Jungs! Empfehlung der Nemesiz v3 Redaktion!

+ sehr gute Spielbarkeit
+ nette Features
+ geniale Musikbegleitung
+ Paßwortsystem
+ spielbar über diverse Eingabegeräte
+ Vollbild
+ hoher Wiedererkennungswert
+ knackig steigender Schwierigkeitsgrad
+ gutes Leveldesign

- für ungeübte Spieler viel zu schwer

Systemvoraussetzung:

Jeder Windows-PC auf dem SDL vernünftig läuft

Erhältlich auch für diese Systeme:
Ubuntu Linux
Mac Os x86
Amiga OS 4
MorphOs
NetBSD (x86&PPC)
Dreamcast
Pandora
Dingoo
GP32
GP2x
Wiz

Download über die Projektseite unter:
http://www.gianas-return.de/

Schlagworte : PC, Test, Apple, Amiga, Konsole

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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