Iji – Test des Freeware Action Adventure



Donnerstag 08 April 2010 von Trixter PC/Apple, PC Test keine Kommentare

Das PC-Freewarespiel mit dem ultrakurzen japanisch klingenden Namen “Iji” von Remar Games wurde mir vor einigen Tagen von einem Onlinefreund aus der Amigaecke empfohlen (besten Dank für den Tip dslracer!) und wird sich an dieser Stelle einem ausgiebigen Test unterziehen müssen.

Wer auf Spiele wie Flashback gemischt mit Action des Amigaspieles “Enemy – Tempest of Violence” steht, wird hier alle Hände voll zu tun kriegen!

Iji wirft den Spieler in die Rolle einer jungen Frau, welche bei einem Angriff einer feindlich gesinnten Rasse aus dem Weltenraum (Tasen) so schwer verletzt wird, daß ihr einige Wissenschaftler von den Aliens gemopste und modifizierte Nanotechnologie einpflanzen, was das Mädel natürlich zu einer ultimativen Kampfmaschine macht, die sogar die außerirdische Sprache versteht und deren Waffentechnologien nutzen kann. Nach einem Angriff auf das Labor erwacht der Spieler völlig allein in einer von Aliens dominierten Welt, deren einziger menschlicher Kontakt der eigene Bruder Dan ist, welcher sich in einem Kontrollraum flüchten konnte und den Spieler jetzt erstmal über die Lage aufklärt. Nach diesem als Tutorial angedachten Szenario geht der Spaß dann auch schon los – einige zeitlang begleitet durch Dan und den überall verstreuten Logbüchern, welche ebenfalls für einige Tips gut sind.


Das Spiel ist sehr flexibel und offen gehalten – so gibt es mehrere Wege die zur Lösung eines Levels dienlich sind – ebenso kann man sich entscheiden, ob man Gegner töten will oder diesen nur ausweicht – was bei den unentwegten Angriffen der Aliens aber moralisch recht schwer fallen dürfte. Auf jeden Fall ist es für den Fortgang der Geschichte sowie deren Ende wichtig, für welche Art man sich entscheidet – dementsprechend ändert sich deren Fortführung und Ausgang!


Für den Anfang steht eine simple Schrotflinte für die “agressive” Methode zur Verfügung, durch Einsammeln von Alienwaffen kann das Arsenal später noch über einige Wummen erweitert werden. Diese lassen sich, wie sämtliche andere Werte der Spielfigur (Stärke, Angriff, Lebensenergie, ect.) upgraden indem man leuchtende Bälle aufnimmt, welche man findet oder die die Gegner nach ihrem Ableben hinterlassen. Zu diesem Zweck findet man überall verteilt Computer wo man diese Punkte gezielt einsetzen kann – auch dies ist wiederum vom eigenem Ermessen des Spielers abhängig. Wer Wert auf dicke Waffen legt, powert womöglich erstmal seine Waffen auf – wer mehr Lebensenergie möchte um mehr Treffer einstecken zu können, eben diese, ect… das führt dazu, daß bestimmte Bereiche des Spieles erst demjenigen zugänglich werden, der entsprechend aufgerüstet ist – denn es gibt jede Menge verschlossene Türen oder Truhen, welche erst ab einem gewissen “Level” der eigenen Stärke oder Fähigkeiten geöffnet werden können – indem man die Fähigkeit “cracken” weiter ausbaut. Cracken ist eine Geschichte für sich – hierzu wird nach deren Bestätigung ein eigener kleiner Bildschirm eingeblendet, wo man als blinkender Punkt in einem Zeitlimit eine Strecke zu einem roten Punkt finden muss – natürlich gibt es  auch Punkte die den Weg blockieren und an die man tunlichst nicht gelangen sollte, da man dann wieder von Neuem anfangen darf. Anfangs noch sehr leicht – später wird´s richtig knifflig! Außerdem kann man die Fähigkeit der Assimilation erlernen – so kann man sich an einen Gegner heranschleichen und diese (ala Cracken) umprogrammieren, sodaß er sich selbst zerstört! Ebenso wird man hin und wieder auf freundlich gesinnte Genossen treffen – welche der pure “Actionist” vielleicht schon aus Versehen umnietet – was wiederum Einfluss auf die Story hat…


Zur Lebensenergie sei gesagt, daß man schon einige Treffer einstecken kann, da man über eine eigene Panzerung verfügt, welche über eine mehrere Punkte umfassende Leiste verfügt – sind deren Punkte aufgebraucht, geht es der Spielfigur an den Kragen. Gottlob lassen sich diese Shield´s ebenfalls um weitere Punkte mit eigenen Punkteleisten erweitern… außerdem regeneriert sich das alles nach dem Einsammeln von roten Kreuzsymbolen oder sogar schon nach einem Kampf beim Einsammeln des Bonusgutes. Ich finde das System sehr gut ausgeklügelt und sehr fair – selbst Anfänger werden ein gutes Stück weit kommen! In Acht nehmen muss man sich dabei in erster Linie um abgefeuerte Raketen oder Alienwaffen, die die Spielfigur regelrecht über den Bildschirm schleudern – der Rest der Waffen richtet im Verhältnis dagegen nur Peanuts an..

Doch kommen wir zum Aufbau des Spieles… es handelt sich dabei um eine zweidimensionale Ansicht, dessen Level über etliche Bildschirme unterteilt in diverse Komplexe dargestellt werden, welche ohne jeden Ruckler einwandfrei in alle Richtungen scrollen. Die Spielfigur kann in alle Richtungen laufen und springen, sich ducken, treten oder eine Waffe abfeuern – an Abhängen hängt und zieht sie sich ohne Probleme ala Flashback empor – der Rest vom Fest erinnert stark an den Amigahammer Enemy – ohne allerdings dessen umfangreichen Möglichkeiten zu bieten. Großen Spaß macht diese Mixtur aber ohne Ende, wozu die immer wieder eingestreuten Unterhaltungen, leider nur mäßigen Zwischenbilder und Sequenzen, und die Musikuntermalung sorgen (optional sogar als besseres MP3 Erweiterungspaket).

Jeder Level hat seine eigene Obermission (welche auf vielerlei Arten absolviert werden kann oder auch nicht) - im Grunde muss der Spieler aber stets das Exit erreichen. Danach wird eine Statistik eingeblendet oder die Möglichkeit zum Speichern – im späteren Verlauf trifft man zuvor aber noch auf diverse knackige Zwischen und Endgegner, welche anfangs noch mit purer Waffenpower (ja, hier MÜSSEN die Waffen sprechen um weiter zu kommen), später nur noch mit der exakten Taktik oder Waffe , beizukommen ist. Das kann je nachdem schon etwas Zeit in Anspruch nehmen – aber fair ist das Spiel dennoch – man gerät nie in linke Situationen oder auswegslose Gefechte – wenn auch manchmal etwas Nachdenken gefragt ist!

Etwas enttäuscht war ich über den Einsatz eines Fluggleiters, über den man im Spielverlauf öfters stolpert und den man “entern” kann. Dieser läßt sich nämlich nur zu den Seiten steuern - richtig fliegen kann man damit nicht - somit kann er nur als kurzweiliges zusätzliches Schutzschild bei der Alienbekämpfung dienen (Rammen oder Beschießen).


Die Spielstory will ich hier nicht näher beschreiben – das müßt ihr schon am eigenen Leib erfahren. Ich kann nur noch soviel verraten, daß man (je nach Schwierigkeitsgrad) viele Bonusdinge freischalten kann, sowie eben Einfluss auf den Ausgang der Geschichte nimmt.  (optimal wäre natürlich die Rettung der Welt und das Überleben des eigenen Bruders) Ich für meinen Teil liebe die Action, weswegen ich am Ende auch vor den Trümmern der Erde, ganz mutterseelenallein übrig blieb… wink


Fazit: Dieses Spiel ist ein absoluter Anspieltip, den Actionfans mit Grundkenntnissen der englischen Sprache nicht verpassen dürfen! Tip der Nemesiz-Redaktion!

Benötigt wird:
Windows 98/NT/2000/XP/Vista
1 Ghz CPU
32 MB Grafikkarte
200 MB Arbeitsspeicher

Informationen
Spieletyp: Action-Adventure
Umfang: 10 Level
ungefähre Spielzeit: 8 Stunden
Schwierigkeit: Variabel
geeignet für: Jugendliche aufwärts
Größe: Spiel ca. 30Mb + 50Mb optionale MP3 Musik
Status: Freeware

PLUS:
* verschiedene Auswirkungen des Spielverlaufs aufgrund eigener Spielweise
* mehrere Wege zu Lösen eines Levels
* verschiedene Enden
* flexibeles Aufwertungssystem
* riesige Level
* freie Handlungsmöglichkeiten
* faires Gameplay
* sehr gute und stimmungsvolle Musiken (MP3 Zusatzpaket)

MINUS:
* schwache Grafiken und Animationen – vor allem in den Zwischensequenzen
* unterstützt keine Joypads
* komplett in Englisch

Tips: Es empfiehlt sich, am Anfang zuerst die Tastenbelegung zu ändern – besonders bei “Y” und “Z”! Ansonsten geht die Steuerung völlig in Ordnung komplett über die Tastaturbedienung.

Download: http://www.remar.se/daniel/iji.php

Vergesst nicht, gleich das optionale MP3 Musikpaket zu downloaden und  mit den Files im Music-Ordner zu ersetzen!

Schlagworte : PC, Test

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

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