C64: Silo 64 Test



Donnerstag 01 Juli 2010 von Trixter C64, C64 Test keine Kommentare

Seth Sternberger entwickelte mit dem S.E.U.C.K. Programmiersystem 2003 ein neues Spiel für den Commodore 64 – Silo 64 nennt sich das Ganze und spielt in einer nuklear verseuchten Welt, in der der Spieler mit seiner Familie in einem Bunker (Silo 64) die Katastrophe überlebte. Nun aber werden die Vorräte knapp – was liegt also näher, sich mit einem Roboterkumpel auf eine Reise in die Außenwelt zu wagen?

Und warum wird über einen solch alten Schinken hier berichtet? Nun, weil Richard “The New Dimension” Bayliss dazu neue Musik eingespielt und es jetzt professionell (ua.) zum Kauf angeboten wird…

Nachdem also wieder einmal eine der vielen unsinnigen SEUCK-Hintergrundgeschichten einen traurigen Höhepunkt erreicht hat (ihr werdet noch erfahren warum), stapft der Spieler in Form eines Männleins oder Roboters los um das Heil in der Ferne zu suchen. Letzteres im Doppelpack, falls man noch jemanden anderen überreden konnte, mit zu spielen (was nicht einfach werden dürfte!). Stimmt uns die Titelmusik noch einigermaßen fröhlich – was kein Wunder ist, da sie schließlich von Richard Bayliss stammt – verpufft die Stimmung aber wieder schlagartig, sobald das Spiel anfängt – denn außer den normalen Soundeffekten ist großes Schweigen im Walde…


Das Spiel selbst präsentiert sich wie meist bei SEUCKiaden üblich als Horizontalscroller – man rennt also von unten nach oben… obwohl rennen der falsche Begriff ist, da das Spiel sowas von schwer gestaltet wurde, daß man sich Millimeter für Millimeter vorwärts tastet, um (teilweise aus dem Nichts!) auftauchende Gegner zu eliminieren. Sind nämlich mehr als zwei auf dem Bildschirm, wird´s kritisch und man verliert schneller als einem lieb ist, eines der (anfänglichen) drei Leben. Darum – immer anhalten und erst den Gegner ausschalten, ehe man weitergeht.  Meist lösen sich diese Situationen aber von selbst – viele Gegner laufen auf voreingestellten Bahnen ihre Runden und sobald diese Strecke einmal abgespult worden ist, verharren sie bewegungslos und sind leichtes Futter – dies ist vor allem für jene Gegner interessant, die selber schießen, flott laufen oder mehr als Zehn Treffer benötigen um zerstört zu werden…manchmal hat man auch das Glück, daß diese einfach aus dem Bildschirm herauslaufen und nie mehr gesehen werden – man braucht also nur abwarten, ggf. ausweichen und fertig.


Die Grafik dürfte wohl selbst erstellt sein (teilweise sogar mit SEUCK Elementen vermischt – achtet mal auf die Lebensanzeige – das sieht mir mehr nach Standardraumschiff, als ein Roboter/Männlein aus) und ist ziemlich einfach, manchmal auch sehr unübersichtlich, da der Hintergrund dieselbe Farbe wie einige Gegner haben (zB. Büsche), sodaß man schnell mal einen übersieht, oder ist total daneben (ekelhafte Farbwahl – Augenkrebs droht). Unterteilt ist die Reise durch diverse Zonen, die alle anders gestaltet wurden und bieten meist auch andere Gegner. Fies sind diese komischen Bienenschwärme, welche einzelne Bienen freisetzen, welche nicht abgeschossen werden können oder diese lustigen atomar verseuchten Stellen im Boden, die sofort zum Ableben führen – sie sind zudem gut platziert und fast nicht auszumachen…aber wer bis dahin ersteinmal gekommen ist, bewegt sich eh nach dem oben beschriebenen Millimeterprinzip weiter, sodaß man mit ganz viel Augenmerk und Geschick, diese Stellen erfolgreich passieren kann…


Lustig sind ebenfalls so einige Bugs oder Spielelemente die so richtig Freude machen! So kann man Anfangs in Häuser rennen und steckenbleiben – oder auch mal einen Weg in eine Sackgasse gehen…da der Bildschirm nicht wieder nach unten scrollt, hat man ein Eigentor geschossen und darf den Computer resetten um wieder ganz von Vorne zu beginnen.

Das mit den Leben ist auch so eine Sache… anfangs bekommt man gar keine Extraleben – später scheint man mit fast mit jedem erledigten Gegner ein neues dazu zu bekommen… sehr seltsam…


Und wozu all die Pein? Nun… am Ende trifft man noch auf den obligatorischen Obermotz in Form eines grünen Hirns oder was auch immer das sein soll (sehr leicht zu besiegen im Gegensatz zum Rest) – dann denkt man, oha… Spiel zu Ende? Aber nein… SEUCK braucht nur ein wenig um den nächsten Level zu aktivieren (Gnade) – einen Bildschirm weiter aber der Knaller….


Im rechten Bereich stößt man auf einen Toaster? und links davon auf eine nackte?, winkende Tante und oben drüber der glorreiche Schriftzug “You Win!”… und dann ist doch tatsächlich Schluss! Bleiben also viele Fragen offen – was macht ein Überlebender oder Roboter mit einem atomar verseuchten, nackten Luder? Was passiert mit den armen verbliebenen Leuten im Bunker? Und warum hab ich mir das alles nur angetan? wink


Freut euch – denn weil´s so schön war, gibts das Game in zig Varianten:

* einer Freeware, wo man das Diskettenabbild direkt herunter laden kann
* einer Version auf echter Diskette zum Preis von 5 Dollar´s
* einer Version auf Disk und Soundtrack? – CD, welche man wohl gleichzeitig beim Spielen anhören soll um total in Extase zu geraten – zum Preis von 10 Dollar´s
* einer Version auf Disk, CD und geilem T-Shirt – für lächerliche 20 Dollar´s

Der Soundtrack ist übrigens auch einzeln zum Preis von 7 Dollar´s zu haben – allen kostenpflichtigen Varianten liegt zudem noch ein exklusiver Anstecker bei! Wer da nicht schwach wird und zugreift…

Fazit: Für (Sado)Masochisten oder für ungebetenen Besuch sehr zu empfehlen! Selten hab ich mich durch ein Spiel quälen müssen, wie hier.

Plus:
* nette Titelmusik
* ein neues Spiel

Minus:
* zu schwer
* langweilig
* teilweise miese Grafik und Farbwahl
* unfaire Situationen
* schlechte Gegnerformationen und (Flug/Bewegungs)Bahnen
* schlecht zu erkennende Fallen und Gegner
* verbuggt
* komische Story
* zu kurz (okay, in dem Fall kein Kritikpunkt)

Die Idee mag ja noch okay sein und ich schätze die Arbeit und Zeit, die Manche in solche Projekte stecken – aber das hier ist einfach zu unausgereift und viel zu schwer geraten – außerdem wäre es mal an der Zeit, wieder mal was eigenes auf die Beine zu stellen und nicht eine SEUCKiade nach der anderen rauszuballern… irgendwann reicht es halt…und dieser Zeitpunkt ist hiermit gekommen!

Gnade… wenn ich noch solch einen Murks testen muss, geb ich mir die Kugel - und wehe, einer kommt auf die Idee, mir irgendeines der oben beschriebenen Gimmicks zukommen zu lassen! wink

Weitere Informationen, Downloads, ect. auf der offiziellen! Spielseite (engl.):

http://www.silo64.com/

Schlagworte : C-64, Test

Trixter
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