Test: BenQ WiT e-Reading Schreibtischlampe



Dienstag 01 September 2020 von Trixter PC Test, Sonstige Test 2 Kommentare

Hatte ich im Februar diesen Jahres schon die sehr gute Screenbar aus dem Sortiment von BenQ´s e-Reading-Lampen einem Test unterzogen (klemmbar direkt an den Flachbildmonitor), folgt mit der WiT nun die Standalone-Version. Wie sich der große Bruder schlägt und ob er diesmal auch für Retroanwender geeignet ist, erfahrt ihr in diesem Test... 

Vorwort:

Nachdem ich im Test der Screenbar herausfand, daß diese nur bedingt - und damit meine ich, nicht ohne mechanische Veränderung (lest zum besseren Verständnis hierzu einfach den Testbericht zur Screenbar) - für Retroanwender mit Röhrenmonitor brauchbar war, kann ich mit dem Produkt zum derzeitigen Zeitpunkt nicht viel anfangen - deswegen ist die Screenbar an meinen Sohn gegangen, der sie seit dem täglich im Einsatz hat. Für die Ausleuchtung meiner G15-Tastatur mußte also eine andere Lösung her und diese bot sich zufälligerweise in meinem Urlaub, als BenQ mir den Test der Schreibtischlampe WiT anbot - natürlich war mein Interesse geweckt und ich war sehr gespannt auf die Standalone-Lampe, die - wenn alles gut geht - zum selben Ziel führen könnte. Getestet wurde die WiT in ihrer Standardausführung (blaues Modell) - es gibt auch noch eine Genie-Version sowie Zubehör, auf das ich im Laufe des Textes noch näher eingehen werde um die Unterschiede und Möglichkeiten aufzuzeigen...


Lieferumfang:

Ausgeliefert wird die WiT e-Reading LED-Schreibtischlampe in einer großen und schweren Kartonage, die zum leichteren Transport über eine Trageschlaufe verfügt. Im Karton findet man eine Styroporbox, in dessen Aussparungen die Lampe samt Arm, der Befestigungssockel und ein kleiner Karton mit dem Netzteil eingelassen ist - vieles ist zusätzlich noch in Folie verpackt - etwa das Handbuch, welches diesmal als Druckversion vorliegt und auch die deutsche Sprache beinhaltet. Daneben gab es noch einen "Quickstart Guide" (ein Blatt, nicht in Deutsch, aber in Englisch, Taiwanisch und vermutlich Chinesisch), dessen Infos aber nicht weiter ins Gewicht fallen, da sie ja über das Handbuch entnommen werden können.


Inbetriebnahme/Zusammenbau:


Nachdem man alle Teile der Box entnommen und aus den Folien befreit hat, geht der Zusammenbau (wenn man ihn denn überhaupt so bezeichnen will) recht leicht und locker von der Hand - die Anleitung spricht von ca. 5 Minuten, ich würde aber sagen, man braucht dafür deutlich weniger. Zunächst legt man den schweren Bodensockel auf den Tisch und schaut sich den hervorstehenden Metallpin näher an. Dieser hat an einer Stelle eine Nut - nun nimmt man die Lampe, dh. den komplett vorgefertigten Arm und steckt ihn auf den Pin im Sockel - allerdings so, daß die kleine Schraube, welche sich im Arm befindet, genau auf die Nut zeigt - danach wird diese festgeschraubt. Diese Verbindung ist nicht nur alleine für die Befestigung der Teile selbst gedacht, sondern auch für die Arretierung des verstellbaren Radius - sprich, wurde alles richtig gemacht, kann man die Lampe später im Sockel bis zu 90 Grad drehen. Nun nimmt man noch das Netzteil aus der Kartonage und sucht den für seine Region passenden Netzstecker aus (es werden 4 verschiedene mitgeliefert - somit ist die Lampe innerhalb Europas überall einsetzbar) und klickt diesen auf das Netzteil. Nur noch die Kabel über einen kleinen Stecker zusammenstecken - fertig ist der "Zusammenbau" der Lampe.


Das Kabel hat eine Länge von 2 Metern und sollte für die meisten "Arbeitsplätze" ausreichend dimensioniert sein. Sobald das Netzteil mit Strom versorgt wird, schaltet sich die Lampe an - dies sollte man in seiner Planung berücksichtigen. Dieses Verhalten käme dann zum Tragen, wenn man zB. eine schaltbare Mehrfachsteckdose benutzt, die über Nacht vom Strom getrennt wird - zudem läßt die Trennung vom Strom zuvor getätigte Einstellungen an der Lampe wieder resetten. Es empfiehlt sich daher, den Trafo permanent am Strom zu lassen. Interessant zu erwähnen finde ich den geringen Widerstand beim Zug auf das Kabel - käme man aus Versehen in die Situation, dieses beim "Drüberlatschen" unbeabsichtigt mit dem Fuß mitzuziehen, trennt sich dieses sehr leicht und schnell aus der kleinen Kabelsteckverbindung vom Netzteil - somit sind Lampe, Kabel und Trafo vor Beschädigungen geschützt.

Anmerkungen: es wird ein kleiner Kreuzschraubendreher benötig, welcher der Lampe nicht anbei liegt. Zudem kann es sein, daß die Schraube beim ersten Mal nicht richtig packt. Im Arm befindet sich eine Plastikummantelung die die Schraube wohl selbstständig durchbrechen muss, damit sie in der Nut des Pins an ihrem angedachten Platz ankommt. Bei mir tat sie es beim ersten Mal wohl nicht, dh. sie durchbrach das Plastik nicht, sondern "drückte" es nur nach vorne - was zum Ergebnis hatte, daß ich die Lampe um die eigene Achse drehen konnte. Erst ein erneuter Versuch brachte den gewünschten Erfolg - dreht sich also die Lampe "frei", sollte man die Schraube wieder lösen und erneut einschrauben, bis es klappt. Achtet auch darauf, daß diese Schraubverbindung nicht für schwere Lasten gedacht ist - möchte man die Lampe an einen anderen Platz tragen, sollte man sie nicht nur am Arm hochheben, sondern auch am schweren Sockel - auf diesen Umstand weist auch die Anleitung, bzw. ein Aufkleber hin - BenQ haftet nicht, wenn sich der Sockel löst und einem auf die Füße fällt.

Bedienelemente:


Die Lampe hat im Grunde nur 2 bedienbare Elemente - das wäre zum einen der metallische Ring am Ende und zum anderen der Knopf auf der Oberseite. Gehen wir die Funktionen einmal näher durch.

Ring:

  • kurze Berührung schaltet die Lampe ein oder aus
  • längere Berührung (ca. 2 Sekunden festhalten) schaltet in den Automatikmodus

Knopf:

  • im ausgeschalteten Zustand bewirkt ein Drücken das Einschalten der Lampe (allerdings kein Ausschalten im eingeschalteten Zustand)
  • im eingeschalteten Zustand bewirkt ein Drücken den Wechsel zwischen diesen 2 Modis:
  • stufenlose Helligkeitsregelung durch Drehen des Knopfes - hell bis dunkel
  • stufenlose Farbtemperaturregelung durch Drehen des Knopfes - 2700K (warm/orange) bis 5700K (kalt/blau)

Der automatische Modus regelt Helligkeit und Farbtemperatur abhängig von den Umgebungseinflüssen (via Sensor) und kann jederzeit durch Drehen am Knopf abgeschaltet werden. Dieser Modus empfiehlt sich zB. sehr gut bei elektronischen Gerätschaften wie Tablets oder Ebücher, welche flach vor einem liegen und über eine spiegelnde Oberfläche verfügen, in der reguläre Lampen eine störende Lichtreflexion erzeugen würden - die WiT dimmt in diesem Fall die mittleren LED´s. Ich persönlich finde diesen Modus aber auch bei meiner Tastatur angenehm, sodaß dieser die meiste Zeit bei mir in Gebrauch ist. Wenn der automatische Modus aktiv ist, wird dieser über eine grüne LED um den Metallring optisch angezeigt.

Die WiT im Einsatz:


Die WiT leuchtet dank ihrer geschwungenen Form den Arbeitsplatz optimal aus - die Reichweite ist echt enorm im Gegensatz zu herkömmlichen Lampen. Der Hersteller spricht von 150% mehr Lichtausleuchtung - ich kann sagen, daß der komplette Tisch vom Anfang bis Ende ausgeleuchtet wird und es dabei keine Rolle spielt, ob man nur einen Monitor mit Tastatur oder mehrere betreibt (selbst wenn diese nicht gerade stehen, sondern etwas schräg angeordnet sind) - alles wird gut ausgeleuchtet und nirgendwo ist auch nur der Ansatz einer störenden Lichtreflexion zu sehen (diese Angaben beziehen sich auch auf die vollste Leistungsstufe). Dank zahlreicher Verstellmöglichkeiten (drehbarer Sockel, 2 Verstellpunkte am Arm, Kugelgelenk an der Lampe selbst) kann man die Lampe drehen, knicken, strecken, kippen und so verstellen, bis man die ideale Position für sich gefunden hat. Beim Verstellen merkt man auch die hohe Qualität, denn alles bleibt an Ort und Stelle, so wie man es sich zurechtgebogen hat und verstellt sich nicht durch das Eigengewicht von selber oder wenn man einmal die Lampe berührt, zB. wenn man den Knopf für den Moduswechsel drückt. 

In dem Zusammenhang kann ich noch von dem Phänomen berichten, welches mir des Nachts positiv aufgefallen ist - während ich mit meiner regulären Brille das Bild vom Monitor eher schlecht als recht sehe und eigentlich eine Lesebrille bräuchte, hat sich die Sicht mit der Lampe deutlich verbessert, sodaß ich die Lesebrille getrost im Etui stecken lassen kann - für mich ein unerwartetes Phänomen mit dem ich nicht gerechnet habe und was ebenfalls für die Qualität spricht - oder sagen wir es anders - für das angenehme Lichtspektrum, welches diese Lampe erzeugt.

WiT bei Retro:


Diesmal muss ich sagen - und man könnte es durch meinen letzten Absatz schon erraten - eignet sich diese Lampe auch wunderbar für Retroanwender mit Röhrenmonitor. Man muss natürlich zunächst die optimale Position der Lampe ermitteln, aber steht die einmal fest, so stört das durch die gewölbte Bauart von Röhrenmonitoren einfallende Licht in keinster Weise - es scheint das Bild durch zusätzliche Ausleuchtung sogar noch zu verbessern. Mein Arbeitsplatz im Büro ist gut ausgeleuchtet - sprich, meine G15-Tastatur - und gleich auch noch mein Amiga 1200 der rechts davon steht.

Technische Spezifikationen:

Gewicht 4,7kg
Leuchte Zweifarbige LED
Farbwiedergabeindex >80
Lichtleistung

2700K: 800lm

5700K: 900lm

Beleuchtungsstärke 1800 Lux
Farbtemperatur 2700K ~ 5700K
Stromverbrauch 18W, 12V, 1,5A (Maximum)
Material Aluminiumlegierung, Zinklegierung und technische Kunststoffe
Abmessungen 590 x 220 x 625mm
Herstellungsland Taiwan

Unterschiede zur Genieversion und Zubehör:

Während die WiT zur Beleuchtung größerer Bereiche mit mehreren Displays und Dokumente in Übergröße ausgelegt ist, ist die Genie zur Beleuchtung herkömmlicher Arbeitsplätze mit einem einzigen Bildschirm und regulärer Dokumente gedacht - dieses Modell ist derzeit nicht verfügbar, daher kann ich über über den Preis an dieser Stelle nichts sagen - die technischen Werte wie auch die Größe scheinen aber identisch zur WiT zu sein.

Als optionales Zubehör sind für die WiT eine Tischklemme und ein Bodenständer erhältlich. Mit der Tischklemme läßt sich die Lampe anstelle des Befestigungssockels direkt an eine Tischkante (max. 6 cm) klemmen - Preis: 25 Euro. Mit dem Bodenständer kann man aus der WiT eine Stehlampe für das Wohn oder Schlafzimmer machen - das Zubehör besteht nicht nur aus einer 76cm-Verlängerung des Armes, sondern kommt auch mit einem neuen Bodensockel daher, der die Lampe mittig montieren und um 360 Grad drehen läßt - Preis: 75 Euro. Weitere Informationen zum Zubehör sind unter dem noch folgenden Link zur BenQ-Webseite zu finden.


Fazit:

Die WiT e-Reading Schreibtischlampe ist ebenso wie die Screenbar für den professionellen Anwender im Büro gedacht, macht aber auch zu Hause eine mehr als gute Figur und weiß nicht nur durch Innovation und Design, sondern vor allem durch die gute Ausleuchtung großer Flächen, dem augenfreundlichen und nichtflackerndem Licht, den zahlreichen Verstell/Anpassungsmöglichkeiten und den nicht vorhandenen Lichtreflexionen in den Displays und Bildschirmen zu gefallen. Die Lampe ist hochwertig verarbeitet - Alu, Zink und Kunststoffe - und fühlt sich sehr wertig an. Sie verstellt sich nicht bei der Bedienung des Knopfes und bleibt in ihrer eingestellten Position. Die technischen Einstellungen bleiben nach dem Ausschalten erhalten, solange man sie nicht vom Strom trennt - und selbst die Neueinstellung nach zB. einem Stromausfall ist in wenigen Sekunden erledigt.

Was mir auch sehr gut gefallen hat ist, daß ich die Lampe nur am Gelenk oben in meine Richtung (vom Monitor weg) zu schwenken brauche, wenn ich mich zB. für ein Video selber anstrahlen muss. Im Gegensatz zu der Funzel die ich vorher hatte, brauche ich keinen Diffusor mehr davor um das Licht abzuschwächen (Blickkontakt hätte sonst blind gemacht) - bei der WiT kann ich problemlos auf die LED´s schauen und bin dennoch gut ausgeleuchtet - aber das nur nebenbei, denn diesen Einsatzzweck dürften ja nur die Wenigsten so nutzen.

Kurzum - eine bessere Lampe habe ich bislang noch nicht besessen und kann sie daher jedem empfehlen, der auf der Suche nach einer neuen Schreibtischlampe oder generell nach einer optimalen Ausleuchtung seines Arbeitsplatzes oder augenfreundlicheren Beleuchtung ist. Die 189 Euro Anschaffungskosten klingen nur auf den ersten Blick recht hoch - als Tip kann ich nur sagen - besucht mal ein lokales Möbelgeschäft und schaut euch dort die Lampen und deren Preise an - die liegen vielfach höher und können weniger - denn die WiT ist die erste Lampe der Welt, die für die digitale Zeit konstruiert wurde. Übrigens haben die hochwertigen LED´s eine Lebensdauer von 50.000 Stunden - das sind ca. 11 Jahre, würde die Lampe rund um die Uhr leuchten - und das zu einem niedrigeren Stromverbrauch (18 Watt auf voller Leistung bei 12 Volt mit 1,5 Ampere) als es eine Standardglühbirne mit 25 Watt verbraten würde. Würde es einen Hardwarepreis im Nemesiz geben, die WiT hätte ihn problemlos eingefahren!

Beachtet, daß es die Lampe in verschiedenen Farben gibt - damit ist die Farbe des Oberteiles und die des Kabels gemeint. Neben meinem Modell in Blau gibt es auch folgende Farben: Silber, Gold, Metallic Pink und Grün (laut Angabe auf dem Karton und Produktbildern) - allerdings sind wohl nicht alle Farben momentan über Amazon verfügbar.

 

Links:

https://www.benq.eu/de-de/lighting/e-reading-lamp/wit.html

https://www.amazon.de/dp/B017NOD2PU

Wir danken der Firma BenQ für die freundliche Zusendung des Testexemplars.


Schlagworte : Test, PC, Apple, Retro

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

  • Kommentare

  •  Ralf Vogel
     #1 schrieb am 04 September 2020

    Vielen Dank für den ausführlichen Test.

  •  Trixter
     #2 schrieb am 04 September 2020

    @Ralf Vogel : Bitte, gerne.

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