C64: C64SD v2.0 Infinity



Freitag 17 Februar 2012 von Trixter C64 6 Kommentare

Ganz ehrlich - von dem italienischen C64SD Infinity Projekt habe ich bislang überhaupt noch nichts gehört - um so erstaunter war ich, daß dessen Entwicklung schon vor 2 Jahren begann und bereits zwei Vorgängerversionen erschienen sind. Mit Version 2.0 haben wir es mit der ausgereiftesten Variante zu tun und es wird Zeit, daß wir das interessante Stück Hardware vorstellen, welches eine echte Alternative zu den anderen (weitaus teureren) Multifunktionsmodulen darstellen kann. Leider finden sich nicht viele Infos dazu im Netz – bis auf zwei “Unboxing” Berichte, die das erste Auspacken und Anschließen am C64 beschreiben – ein Langzeittest oder Infos zu allen Funktionen existiert noch nicht – daher werde ich manche Features nur theoretisch besprechen können – anhand der schon verfügbaren Infos anderer Hardware, auf der die Infinity aufbaut.

Doch um was handelt es sich hier? Kurzum um einen SD-Reader für den C64 um Programme oder virtuelle Disketten von SD Karte am CEVI nutzen zu können. Allerdings ist es kein Steckmodul – es wird direkt an den seriellen Port (Floppy) und den Datasettenport gesteckt – dadurch erspart man sich den Anschluss von zusätzlichen Kabelverbindungen wie Floppykabel oder Netzteil – beide Ports (Floppy/Datasette) sind durchgeschleift und dahinter können weitere Geräte angeschlossen und gleichzeitig genutzt werden. Wer jetzt denkt, fein, damit lassen sich endlich auch direkt Datasettengeschichten nutzen, ist leider auf dem Holzweg – der Anschluss an den Datasettenport ist ausschließlich als Stromquelle zu sehen…

Entgegen des Namens und den Infos auf der Projekthomepage, paßt diese Hardware ohne Probleme auch an den VC-20extern betrieben (separates Netzteil nötig) sogar an sämtliche Commodore Rechner mit serieller Floppyschnittstelle – etwa C16, plus4, C128, ect. – allerdings können nur die Brotkästen die eingebaute Resetfunktion nutzen.

Laufwerksnummern können via Dipswitch (Mäuseklavier) an der Platine von 8 bis 11 frei eingestellt werden, dazu informieren 3 LED´s über den Betriebszustand und über die 2 Taster kann man resetten oder die Diskette wechseln (Reset mittels Anschlusskabel an den Userport, im Standalonemodus dienen die zwei Knöpfe zur Navigation) – verbaut ist die Plug´n Play Hardware in einem schlichten und selbstgefertigten Gehäuse, welches die wichtigsten Teile schützt und alle Anschluss und Bedienmöglichkeiten ausspart – dennoch sollte man tunlichst vermeiden beim Bedienen aus Versehen an irgendwelche Teile der Platine zu geraten.

Die Infinity basiert auf SD2IEC und ist nicht nur völlig kompatibel dazu, sondern direkt von der Projektseite mit neuen Updates versorgbar – dies bezieht sich quasi auf alle Vor und Nachteile. Direkt unterstützt werden Einzelprogramme (PRG), zu PRG konvertierte Datasettenprogramme (P00), Diskimage (D64),  Multiloadgames (M2I), Doppeldisks (D71) und 1581 3.5 Zoll Diskettenimages (D81). Dabei darf man bei den Diskettenformaten aber nicht verschweigen, daß diese nicht 100% kompatibel zu anderen Lösungen wie die 1541 Ultimate sind – SD2IEC kann zwar nachladen, aber es dürfen keine speziellen Schnellade oder Trackloader oder sonstige Tricks verwendet werden – was die meisten Crackversionen oder Demos meist aber leider haben – somit muss man auf speziell angepaßte Versionen warten. Auch muss man (ohne ein Benutzermenü)  Befehlsketten eintippen um das Ganze ordnungsgemäß nutzen zu können – lädt man nach dem bekannten Syntax “load”$”,8″, erhält man den kompletten Inhalt der SD Karte angezeigt, da diese als Laufwerk/Directory erkannt wird. Möchte man jetzt auf den Inhalt einer D64 Datei zugreifen, bzw. das Image als Laufwerk einbinden, wäre etwa der Befehl “open1,8,15,”CD:XXX.d64″:Close1 nötig – noch umständlicher ist es, wenn man ein Spiel nutzt, welches auf mehreren Seiten vorliegt und man diese wechseln muß – dazu muss erst ein Textfile mit den Disknamen erstellt werden, welches vor Spielstart über eine ähnliche Befehlskette eingeladen wird – immerhin geht das Wechseln dann über die Knöpfe an der Hardware recht bequem. Dies aber nur am Rande - denn scheinbar gibt es eine für alle Systeme kompatible Browsersoftware über die man seine Programme einbinden und auch starten kann.

Firmwareupdates lassen sich bequem von der SD Karte aus realisieren und es wird FAT16 und FAT32 unterstützt. Speichern soll ebenfalls möglich sein – hierzu fehlen allerdings noch die entsprechenden Userbestätigungen.

Preislich ist die Infiniy für rund 60 Euro zu haben und kann auf der Herstellerseite geordert werden.

Meine persönliche Meinung:
Eine neue Hardware, welche vor allem durch den günstigen Preis zu punkten weis und sicher gerade für die User anderer Commodorerechner interessant sein dürfte, die ohne Nachladesoftware auskommen oder für jene, die nebenbei immer noch ein richtiges Laufwerk nutzen und im Notfall auf dieses zurückgreifen können.   

http://www.manosoft.it/?lang=en

Schlagworte : C-64

Trixter
Administration Nemesiz v4 Projekt
Aufgaben im Nemesiz: Administrator, Autor & Moderator, Übersetzung & Bugfixing
Freier Redakteur bei Special Interest Magazinen & Online-Blogs
Retro & Emulation, Alternative Computersysteme, Schwerpunkt: Spiele

  • Kommentare

  •  Ede
     #1 schrieb am 12 März 2015

    Einiges wurde jetzt aber nicht erwähnt in dem Artikel. Es laufen durchaus etliche Nachlader, nämlich diejenigen, von denen es m2i-Files gibt, die an das SD2IEC angepasst sind. Und das sind mittlerweile über 750 Games. Somit hat man schon eine sehr gute Quote was Kompatibilität zu Spielen betrifft. Nur mit Demos sieht es schlecht aus am SD2IEC. Wer die aber nicht unbedingt braucht, ist sehr gut bedient mit einem SD2IEC und die Version hier von Manosoft ist quasi sowas wie ein Deluxe SD2IEC, weil die Ports durchgeschleift sind, es gleich ein gutes Gehäuse hat usw.
    Dann wurde noch etwas wesentliches vergessen im Bezug auf die angesprochenen Befehle die man eintippen muss. Ich empfehle hier das SD2IEC in Verbindung mit einem Final-Cartridge-3 Modul zu nutzen, dann kann man sich die ganze Tipparbeit sparen. Wenn man dann noch einen guten Filebrowser dazu nimmt, bei dem der FC3-Fastloader erhalten bleibt, wie etwa beim SD2BRWSE, der kann dann bequem, schnell und gut mit seinem SD2IEC arbeiten oder zocken. Man kann also beherzt zugreifen. Denn preislich liegt man sehr gut.

  •  Trixter
     #2 schrieb am 12 März 2015

    Hallo Ede,
    danke für deinen Kommentar und die vielen Infos darin. Ja, es stimmt – vieles war zum Zeitpunkt des Schreibens noch nicht in Erfahrung zu bringen, deswegen deutete ich Anfangs ja auch extra darauf hin. Und negativ ist meine Einstellung zur C64SD v2.0 Infinity auch nicht gewesen – meine persönliche Meinung war schon soetwas wie eine Empfehlung für kleine Geldbeutel. Allerdings… ein SD2IEC wird niemals eine solche Kompatibilität erreichen wie etwa eine 1541Ultimate – mag sein, daß spezielle Loader angepaßt wurden, etwa die vom IDE64, m2i oder Dreamload – aber es muss eben angepaßt sein, sonst läuft von den “Nachladespielen” rein gar nichts, außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, daß sowas auch die komplette SD-Karte himmeln kann (beim Speichern!). Laden klappt natürlich wunderbar, aber es gibt ja auch Spiele die Savegames anlegen oder Highscores speichern – und genau das ist keineswegs ausgereift und stets mit Vorsicht zu genießen… ich weiß wovon ich schreibe, denn SD2IEC basierte Gerätschaften habe ich auch einige in Betrieb und sehr viel ausprobiert und getestet – mein Fazit lautet nach wie vor, nichts geht über eine 1541 Ultimate – was aber nicht bedeutet, daß andere Sachen schlecht sind – es kommt immer darauf an, wofür man diese einsetzt… wink

  •  Ede
     #3 schrieb am 12 März 2015

    Na klar, ist das 1541Ultimate kompatibler, ich habe auch eines hier, sogar eines der ersten 1541U1-Boards. Preislich jedoch auch circa dreimal so teuer. Dafür laufen halt dann auch alle Demos und andere komplexere Nachlader wie etwa die Spiele von “Magnetic Scrolls” (Fish, The Pawn usw). Ich würde mal auf Erfahrung sagen, dass am 1541U 99,9% der C64-Soft perfekt läuft und man am SD2IEC, wenn man sich die kompatiblen Versionen zusammensucht (oder gleich das Manosoft-Archiv nimmt, hehe) man bei Spielen auf eine Quote von 90% kommt. Demos kann man am SD2IEC vergessen, es sei denn sie sind Onefiler, was aber nur die wenigsten Demos sind. Ja, ich mag beides recht gerne, das SD2IEC und auch das 1541U. Das Chameleon64 gibts ja auch noch, es kann sogar einen ganzen C64 ersetzen über den integrierten FGPA ersetzen (ähnlich dem Minimig).
    Einen Trick hab ich noch zum SD2IEC in Verbindung mit einem FC3-Modul: wie ich schon erwähnte, bleibt der FC3-Fastloader im SD2BRWSE-Browser erhalten. Wenn man diesen nun umbenennt in “00″ und ihn in jedes Unterverzeichnis und in jedes d64 auf der SD2IEC-SD-Karte kopiert und danach mit einem File-Sorter die Karte alphabetisch sortieren lässt (ansonsten sortiert das SD2IEC die Dateien nach Erstellungsdatum), dann ist das 00-Programm aufgrund des Namens immer das oberste File in jedem Ordner. Nun kann dieses mit einem einfachen Druck auf F5 (beim FC3 der Befehl load”*”,8,1) geladen und dann mit F3 gestartet werden, ohne dass man auch nur ein Wort tippen muss. Der Fastloader bleibt, wie erwähnt, auch noch erhalten und man kann ein Spiel auswählen. Hat man genug gezockt, macht man hinten am FC3 Reset, drückt einmal F5 und schon wird wieder das 00-Programm (also der umbenannte Browser) geladen.
    Das ist eigentlich perfektes Handling und so kann man toll damit arbeiten.

  •  Ede
     #4 schrieb am 12 März 2015

    wieso ist mein letzter Beitrag verschwunden? Naja wenn ihr hier keine guten Infos und Tipps zum SD2IEC wollt, auch okay.

  •  Trixter
     #5 schrieb am 12 März 2015

    Nein, nein, Ede, beteilige dich ruhig weiter! wink

    Wir haben seit kurzem ein neues Antispamplugin aufgrund der zahlreichen Spamkommentare im Blog aktiv – das befindet sich noch in der Erprobungsphase und dein Beitrag wurde noch nicht verifiziert – daher wurde es nicht direkt gepostet, sondern landete im Kontrollordner. Diesen schaue ich mir allerdings nicht täglich an – daher die Verzögerung. Solltest du jetzt weitere Kommentare posten, erscheinen diese (sollten sie normalerweise von nun an, solange du deine Emailadresse nicht wieder änderst) natürlich direkt.

    Sorry, aber momentan geht es echt nicht anders um den Spamfluten Herr zu werden – Neukommentierer geben uns bitte ein paar Tage Zeit um euch auf die “Whitelist” zu setzen! Eure Beiträge gehen natürlich NICHT verloren – sollte der Kommentar allerdings nach einer Woche noch nicht erschienen sein, bitten wir um kurze Info via Mail oder PN…

  •  Trixter
     #6 schrieb am 12 März 2015

    Danke Ede für deine Tips und Hinweise,

    zum Thema 1541 Ultimate und SD2IEC gibt es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen… es kommt wie gesagt auf den Einsatzzweck und den Geldbeutel an… mir persönlich liegt sehr viel daran, daß ich auch Nachladegeschichten (wie Demos) nutzen und zum größten Teil auf reale Floppy´s und Disk verzichten kann – daher ist die Ultimate an meinem Hauptrechner einfach Pflicht. Am 128D nutze ich das MMC Replay (welches für die Kids zum Zocken völlig ausreicht) und am VC-20 die Final Expansion (bis auf eine Hand voll Trackloader-Demos läuft darauf auch alles)…

    Das neue Chameleon64 ist nicht nur ähnlich wie der Minimig, sondern kann diesen tatsächlich auch nachbilden – entsprechende Cores dazu gibt es schon und vor einigen Tagen kam sogar einer raus, wo man die Joystickports mit realer Hardware betreiben kann (das klappte wohl vorher nicht)… ist also auch sehr interessant, wenn auch nicht ganz ausgereift im Moment – hat aber Potential! wink

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